Dauerregen
Einige überflutete Keller und Bäche, die über das Ufer getreten sind, keine Verletzten: Die Regenbilanz in der Ostschweiz

In der ersten Julihälfte ist in St. Gallen mehr als doppelt so viel Regen gefallen als im letzten Jahr. Dennoch kommt die Ostschweiz glimpflich davon. Nur wenige Keller und Garagen wurden geflutet, und schon bald kommt die Sonne zurück.

Alain Rutishauser und Janina Gehrig
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Auch in der Nacht auf Freitag gingen Notrufe wegen überfluteter Bäche, Keller und Strassen ein.

Auch in der Nacht auf Freitag gingen Notrufe wegen überfluteter Bäche, Keller und Strassen ein.

Bild: BRK News (9. Juni 2021)

Bäche, die überliefen, geflutete Keller und Tiefgaragen, ein kleiner Hangrutsch: Im Kanton St.Gallen gingen bis Freitagmorgen um 8 Uhr zehn Meldungen wegen hohen Wasserstands ein. Abermals hatte es den Thurgau am Mittwoch aber härter getroffen. Die Notrufe kamen dabei fast ausschliesslich aus der Region Schlatt wegen überfluteter Keller, 15 Meldungen insgesamt. «Es gab glücklicherweise aber keine Personenschäden», sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Auch am Freitagmorgen wurden bei der Kantonspolizei Thurgau noch zwei Notrufe abgesetzt. In Egnach und Warth-Weiningen waren zwei Keller geflutet worden.

Bodenseepegel soll ab Dienstag wieder sinken

Zehn Zentimeter ist der Bodensee in Romanshorn von Donnerstag auf Freitag angestiegen. So liegt er derzeit bei 396.92 Metern über Meer. Die Gefahrenstufe (3 von 5) ist immer noch erheblich, doch von grossflächigen Überschwemmungen kann nach wie vor nicht die Rede sein.

«Der Bodenseepegel wird weitersteigen, in den nächsten Tagen aber nur minim um fünf bis zehn Zentimeter», sagt David Volken, Hochwasserexperte beim Bundesamt für Umwelt (Bafu). Der Peak werde wohl am Montag erreicht und liege dann knapp unterhalb der Hochwassergrenze. So reicht das Wasser etwa im thurgauischen Gottlieben und in Berlingen bis zur Uferkante. Fährt ein Schiff vorbei, schwappt es einige Meter aufs Land über. Der Stand des Bodensees werde erhöht bleiben und ab Dienstag wieder sinken, erwartet Volken. Und danach ist Entspannung in Sicht.

Ab Sonntag scheint die Sonne

Am Freitag und Samstag sind laut Mladen Marijanovic, Meteorologe bei Meteonews, im Einzugsgebiet des Bodensees noch lokale Schauer zu erwarten, aber keine flächendeckenden Regengüsse mehr. Insgesamt wiederholt der Meteorologe aber, was in den vergangenen Tagen schon häufig gesagt worden war: «Die Ostschweiz hat für einmal Glück gehabt und ist von grossflächigen Überschwemmungen verschont geblieben.» Und dies, obwohl sich die Niederschlagssummen in der ersten Julihälfte im Vergleich zu den Vorjahren jeweils verdoppelt hat. So sind in St. Gallen im Jahr 2019 zwischen dem 1. und 16. Juli 53, 2020 96 und in diesem Jahr über 202 Millimeter Regen oder Liter pro Quadratmeter gefallen.

Ab Sonntag soll endlich freundlicheres Wetter Einzug halten. Die Temperaturen steigen in St. Gallen auf 24 Grad, am Bodensee auf rund 27 Grad an, sagt der Meteorologe. Es sehe so aus, dass das sommerliche Wetter bis mindestens Mittwoch oder Donnerstag kommender Woche so bleiben würde. Sofern keine weiteren Schauer und Gewitter aufziehen, sollte das auch reichen, dass die derzeit aufgeweichten Böden wieder trocknen könnten.