«Das Zeug klebt jetzt wieder einigermassen zusammen»: St.Galler Regierungsräte ziehen im TVO-Talk Bilanz  

Fredy Fässler, Bruno Damann, Marc Mächler und Stefan Kölliker stellen sich zur Wiederwahl in die St.Galler Regierung. Am Mittwochabend sprachen sie bei TVO über ihre Arbeit – und äusserten sich zur Schlussbewertung des Tagblatts. 

Adrian Vögele
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Sie wollen am 8.März wiedergewählt werden: Die St.Galler Regierungsräte Fredy Fässler (SP), Bruno Damann (CVP), Marc Mächler (FDP) und Stefan Kölliker (SVP). In der Mitte Moderator André Moesch.

Sie wollen am 8.März wiedergewählt werden: Die St.Galler Regierungsräte Fredy Fässler (SP), Bruno Damann (CVP), Marc Mächler (FDP) und Stefan Kölliker (SVP). In der Mitte Moderator André Moesch.

Screenshot: TVO

Die St.Galler Regierung muss stärker und geeinter auftreten: So stand es in der Schlussbilanz unserer Zeitung zur Arbeit der Exekutive und ihrer einzelnen Mitglieder in den vergangenen vier Jahren. Am Mittwochabend äusserten sich die vier bisherigen Regierungsräte, die wieder zur Wahl antreten, in der TVO-Sendung «Zur Sache» zu dieser Bewertung. «Ich habe nicht den Eindruck, dass wir nicht geeint auftreten», sagt etwa Fredy Fässler (SP). Entscheide würden von allen Mitgliedern mitgetragen – und es gebe keine Indiskretionen über unterschiedliche Meinungen in der Regierung, wie das etwa beim Bundesrat immer wieder der Fall sei.

Mächler hat keine Wechselgelüste

Bruno Damann (CVP) sagt, ob die Regierung nach aussen selbstbewusst wirke, sei nicht entscheidend. «Wesentlich ist, was wir in Bern, im Kantonsrat und in Volksabstimmungen erreicht haben.» Die Regierung könne «schöne Erfolge» vorweisen. Damann räumt auch gleich ein, dass ihm die Bescheidenheit besser entspreche als der Bluff. Er werde sich aber weiterhin stark einsetzen – «als ehemaliger Leichtathlet weiss ich, was Ausdauer heisst». Marc Mächler (FDP) wehrt sich gegen die Bewertung, er sei als Bauchef nicht in seinem Lieblingsdepartement. Die Aufgabe sei interessant – «ich spüre keinen Druck, wechseln zu wollen». Mit dem Fazit des Tagblatts, er habe in Sachen Volksnähe noch Potenzial, könne er gut leben.

Fässler stört sich derweil am Befund, er habe alters- und dossierbedingt wenig Entwicklungspotenzial: Er sei beispielsweise auf Bundesebene in der Leitung strategischer Gremien im Sicherheitsbereich engagiert, so Fässler – dabei gehe es etwa um die Weiterentwicklung des Asylwesens und der Staatsanwaltschaften. «Das ist offenbar zu wenig durchgedrungen. Ich schliesse daraus, dass ich mehr in mein Selbstmarketing investieren muss.»

Will Kölliker nach Bern? «Später vielleicht»

Was sagt Stefan Kölliker (SVP) zur Vermutung, er sei an einem Amt in Bundesbern interessiert? «Das steht im Moment nicht zur Debatte.» Er sei voller Tatendrang für die Kantonsregierung. Falls sich aber in Zukunft einmal eine Option für ein nationales Amt ergäbe, «dann ist es möglich, dass ich mich dafür interessiere», so Kölliker.

Mit der Aufforderung von Moderator André Moesch, sich gegenseitig kurz zu bewerten, tun sich die vier Kandidaten schwer. Kölliker sagt über Damann, dessen Leistung werde zu wenig wahrgenommen. Der Bildungschef seinerseits erhält Lob für sein Vorgehen in den Auseinandersetzungen um Fachhochschule und Universität. Kölliker habe einen Scherbenhaufen verhindert, sagt Fässler, «das Zeug klebt jetzt wieder einigermassen zusammen». Mächler kommt mit Fässler in der Regierung besser aus als früher im Kantonsrat, und Fässler stört an Mächler eigentlich nur eines: «Er ist ein Freisinniger.»

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