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Das Wasser reicht bis zum Rand

Trotz anhaltender Hitzeperiode sind die Bassins des Freibades stets gut mit Wasser gefüllt. Lediglich im Natursee sinkt der Pegel. Wäre der Frischwasserbezug nicht mehr gewährleistet, müsste das Bad wohl schliessen.
Andrea C. Plüss
Vom Sprungturm aus sieht man links hinten das Schwimmerbecken, das 2213 m3 Wasser fasst, das Sprungbecken vorn 703 m3. Rechts liegt der Natursee, dessen Pegel mittlerweile etwa 12 cm unter Normalwasserstand liegt. (Bild: Andrea C. Plüss)

Vom Sprungturm aus sieht man links hinten das Schwimmerbecken, das 2213 m3 Wasser fasst, das Sprungbecken vorn 703 m3. Rechts liegt der Natursee, dessen Pegel mittlerweile etwa 12 cm unter Normalwasserstand liegt. (Bild: Andrea C. Plüss)

Das Freibad der Mittelrheintaler Gemeinde bietet den Badegästen einiges: Ein Schwimmerbecken (50×20,5 m), ein Lernschwimmbecken (50×33 m), ein Sprungbecken, ein Kinderplanschbecken sowie einen grossen Natursee. Mit einer Gesamtwasserfläche von etwa 6600 Quadratmetern gehört das Widnauer Freibad zu den grössten der Schweiz. Zum Vergleich: Ein Länderspiel-konformes Fussballfeld kommt auf eine Fläche von 7140 Quadratmeter.

Unter dem Sprungbecken befindet sich ein Ausgleichsbecken mit einem sogenannten «Schwimmer», der den Wasserpegel aller Becken misst. Fällt dieser unter ein bestimmtes Niveau, öffnet sich ein Ventil und Frischwasser aus dem Leitungsnetz fliesst ein. Herrscht im Wasser Hochbetrieb, kann zusätzlich die Frischwasserzufuhr per Handventil geöffnet werden. Was wäre, wenn bald auch der Leitungswasserbezug eingeschränkt würde? Anfang Woche war bereits der Wasserbezug aus kleineren Oberflächengewässern vom Amt für Wasser und Energie untersagt worden. «Wenn wir kein Frischwasser mehr zuführen können, wird das Gleichgewicht gestört», sagt Betriebsleiter Thomas Federer.

Nachfüllmenge doppelt so hoch wie normal.

Das Freibad Widnau verfügt über moderne Kontrollanlagen, die sowohl die Wassermenge als auch die Wasserqualität überwachen. Liegt die täglich nachgefüllte Wassermenge an durchschnittlichen Tagen bei 60 bis 70 Kubikmetern, bewegt sie sich aktuell bei 130 Kubikmetern Wasser (beide Mengen inklusive der 26 Kubikmeter für das Kinderplanschbecken, das täglich komplett neu gefüllt wird).

Die Wasserqualität in öffentlichen Bädern unterliegt seit Mai 2017 der Lebensmittelgesetzgebung. Ohne eine regelmässige Zufuhr von Wasser aus dem Leitungsnetz könnten die Hygienevorschriften kaum erfüllt werden. Die Wassermenge, die in die Becken nachgefüllt wird, richtet sich grundsätzlich nach der Verdunstungsmenge des Bassinwassers. Höchstens durch Abdecken liesse sich die Verdunstung vielleicht verringern; dies ist tagsüber kein gangbarer Weg.

Auch die Stilllegung einzelner Becken beispielsweise wäre nicht ohne Weiteres machbar. «Koppeln wir ein Becken vom Gesamtkreislauf ab, haben wir innerhalb von einem Tag Algen im Wasser», sagt Federer. «Das Wasser können wir auch nicht zum Auffüllen anderer Becken nutzen.» Das Widnauer Freibad fällt nicht mehr in die Störfallverordnung, da alle Auflagen zur Messung und Kontrolle erfüllt werden. «Erfüllen wir die Messwertauflagen nicht mehr, müssten wir den Betrieb einstellen», sagt Federer. Dass bei der vorherrschenden Trockenheit irgendwann auch darüber nachgedacht wird, gegebenenfalls Freibäder vom Wasserleitungsnetz zu nehmen, um schlicht Wasser zu sparen, wäre für Federer nicht unvorstellbar. «Ich kann mich nicht erinnern, dass es hier im Tal je ein Feuerwerksverbot am 1. August gab», sagt er, «aber jetzt haben wir eines». Vom Sprungturm aus sieht man links hinten das Schwimmerbecken, das 2213 m3 Wasser fasst, das Sprungbecken vorn 703 m3.

Rechts liegt der Natursee, dessen Pegel mittlerweile etwa 12 cm unter Normalwasserstand liegt. Bilder: Andrea C. PlüssDie 2015 installierte, 200000 Franken teure Elektrolyseanlage (l.) ist bereits die zweite im Widnauer Freibad. Schon 1985 stieg man hier zur Chlorgewinnung auf Elektrolyse um. André Steiger (r.), Badangestellter, kontrolliert die Messwerte und führt dreimal täglich Handmessungen durch.

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