"Das tut mir weh"

WIL. Sie kommen aus Mazedonien, Serbien, Finnland, der Elfenbeinküste und der Schweiz. Im neu gegründeten Verein Fair Wil wollen sie gegen die Vorurteile in der Gesellschaft kämpfen.

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Lucienne Suter und Arber Bullakaj vom Verein Fair Wil im Gespräch mit Besuchern der Moschee in Wil. (Bild: Urs Jaudas)

Lucienne Suter und Arber Bullakaj vom Verein Fair Wil im Gespräch mit Besuchern der Moschee in Wil. (Bild: Urs Jaudas)

"Rassismus ist erschreckend salonfähig geworden", sagt Lucienne Suter. Gemeinsam mit Arber Bullakaj präsidiert sie den neu gegründeten Verein Fair Wil. "Wir wollen Anlaufstelle für Schweizer und Migranten sein", sagt Suter. Auf beiden Seiten gebe es offene Fragen. Das gegenseitige Kennenlernen erst baue die Vorurteile ab und ermögliche es, voneinander zu profitieren.

Ziel des Vereins Fair Wil ist es, die interkulturelle Kommunikation zu fördern und Menschen verschiedenen Alters, Herkunft und sozialer Schicht Möglichkeiten zur gesellschaftlichen und politischen Beteiligung zu verschaffen.
Wil hat sich in letzter Zeit zum Brennpunkt des interkulturellen Zusammenlebens entwickelt. Der Wiler SVP-Nationalrat Lukas Reimann ist der Vater der Anti-Minarett-Initiative. Und gegen den geplanten Neubau des islamischen Begegnungszentrums sind bei der Stadt über 300 Einsprachen eingegangen.

Eine gute Portion Gelassenheit gehöre zum Zusammenleben, finden Suter und Bullakaj. Es wäre klug, auf Anfeindungen wie den aktuell kursierenden Film, der den Propheten Mohammed verhöhnt, gar nicht zu reagieren. Dies, um möglichst keine Angriffsfläche zu bieten. Die beiden haben den Film nicht gesehen. "Diese böswillige Verletzung der andern tut mir weh", sagt Suter.