Das «Summerdays» ist wie Geburtstag und Klassentreffen zusammen

Zum zehnten Mal findet am Freitag und Samstag das «Summerdays» in Arbon statt. Nicht nur das Open Air am Bodensee feiert Geburtstag, sondern auch eine Künstlerin. Zudem ist ein Adeliger zu Gast.

Sandro Büchler
Drucken
Teilen
Das Summerdays Festival in Arbon lockt mit der Kulisse am Bodenseeufer. (Bild: Donato Caspari/Archiv)

Das Summerdays Festival in Arbon lockt mit der Kulisse am Bodenseeufer. (Bild: Donato Caspari/Archiv)

Wenn am Freitagabend die nordirische Musiklegende Van Morrison auf der Bühne steht, ist das eine doppelte Premiere. Denn es ist nicht nur der erste Auftritt des aus Belfast stammenden Künstlers am «Summerdays» in Arbon, er ist auch der erste Adelige am Festival. Vor drei Jahren wurde Morrison von der britischen Königin Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben.

«Es ist fantastisch, dass Sir Van Morrison an den Bodensee kommt», freut sich denn auch Sabine Bianchi, Sprecherin des Summerdays’. Es sei etwas Glück bei der Verpflichtung dabei gewesen, denn der Musiker tritt in unseren Breitengraden nur sehr selten auf. Wenn der bald 73-Jährige seinen Welthit «Brown Eyed Girl» aus dem Jahr 1967 erklingen lassen wird, «werden wohl einige im Publikum in Erinnerungen schwelgen», so Bianchi.

Gleiches gilt auch bei Gotthard, die ihre Hits in abgespeckter und intimerer Weise unplugged spielen werden. Anschliessend sind The Gipsy Kings mit Songs wie «Bamboleo» oder «Volare» noch immer Grund genug, das Tanzbein zu schwingen. Die Hits der spanischstämmigen Musiker passen nicht nur zum nostalgisch geprägten Freitagsprogramm am Summerdays, sondern auch zu jeder Hochzeit. Vor ihrem Durchbruch ist die Flamenco-Pop-Band denn auch zwischen Hochzeiten und Strassenauftritten hin und her getingelt.

Zweite Geburtstagsfeier am See

Bei jeder Party nicht mehr wegzudenken ist seit Beginn des Jahres der Song «079» der Hitparadenüberflieger Lo & Leduc. Die beiden Berner reiten auf ihrer Erfolgswelle an das Bodenseeufer.

Nach den Mundart-Rappern dürfte der Auftritt für Amy Macdonald zu einem speziellen Erlebnis werden. Die Schottin wird nach 2012 nicht nur zum zweiten Mal in Arbon auf der Bühne stehen, sie wird auch zum zweiten Mal ihren Geburtstag am Bodenseeufer feiern. Macdonald wird am Samstag 31 Jahre alt. «Das ist ein lustiger Zufall», sagt Bianchi. Ob die Organisatoren das Geburtstagskind mit einer Torte überraschen werden, wollen sie jedoch noch nicht verraten.

Das Alter der beiden Protagonisten am Freitag und Samstag ist sinnbildlich für die verschiedenen Generationen, die am Summerdays zusammentreffen. Während der Freitag mit Classic Rock und gestandenen Musikern auf der Bühne ein vorwiegend älteres Publikum anspricht, findet am Samstag ein breites Publikum Gefallen am Programm. «Diese Mischung macht das Summerdays aus», meint Sabine Bianchi. So hat das Festival mehr den Charakter eines Klassentreffens als eines Open Airs.

Pelerine statt Liegestuhl

Gebannt blicken die Organisatoren zurzeit gen Himmel und auf ihre Wetter-App. Just zum Wochenende scheint der Sommer eine Pause einzulegen. Der angekündigte Regen ist für Bianchi kein Grund zur Sorge. So könne man durchaus mit einer Pelerine im Liegestuhl Platz nehmen. Auf Regenschirme – auch auf «Knirpse» – müssen die Besucher hingegen verzichten. «Aus Rücksicht auf das Publikum. So versperrt man nicht die Sicht zur Bühne.»

Schutz vor Niederschlägen bietet auch das neu lancierte «Lakeside Steakhouse». Damit kommen die Organisatoren dem vielfach geäusserten Bedürfnis nach mehr überdachten Sitzplätzen nach. Zwischen den Konzerten halte sich das Publikum vorwiegend beim kulinarischen Angebot auf, berichtet Bianchi. Deshalb habe das Festival hier investiert. Das Steakhouse sei als Restaurant konzipiert: Im einen Teil könne man ohne zu reservieren essen gehen. Der andere Teil, genannt «Business Lounge», könne nur mit einer Reservation betreten werden – etwa für geschäftliche Treffen, Gruppen oder Vereine.

Daneben warten die Open-Air-Macher mit einer zweiten Neuerung auf: Ein Biergarten soll zum Verweilen einladen. Wie gemütlich dies jedoch schlussendlich sein wird, das entscheidet die Wetterfee.