St.Galler Spitalpolitik: «Das Spital Wil soll unter die Fittiche des Kantonsspitals»

Die Reaktionen aus dem Toggenburg auf die Spitalstrategie der St.Galler Regierung fallen harsch aus. Und: Die Toggenburger gehen auf Distanz zum Spital Wil.

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Spital Wil

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Mareycke Frehner

Das Postfach der St.Galler Regierung ist in den vergangenen Tagen wacker gefüllt worden. Der Grund: Die Vernehmlassungsfrist zur neuen Spitalstrategie ist abgelaufen. Wenig schmeichelhaft fallen die Stellungnahmen aus dem Toggenburg aus.Das überrascht nicht. Die Region hatte bereits früher lautstark artikuliert, dass sie rein gar nichts von den Plänen hält, das Spital Wattwil zu schliessen.

Doch die verschiedenen Vernehmlassungsantworten aus dem Toggenburg – sei es von der Gemeinde Wattwil, der Region Toggenburg oder dem Förderverein Regionalspital Toggenburg Wattwil – zeigen auch: Das Toggenburg fühlt sich in der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg sichtlich unwohl. So wird gleich mehrfach deren Auflösung vorgeschlagen. Und welche Pläne haben die Toggenburger für die beiden Spitäler Wil und Wattwil?

Wil soll dem Kantonsspital St.Gallen unterstellt werden; die Führung des Zentrumsspitals soll künftig auch in Wil das Sagen haben. Und: Es dürften auf «gar keinen Fall» weitere Leistungen von Wattwil ins «ohnehin finanziell angeschlagene Spital Wil» verschoben werden.

Lieber mit Uznach als mit Wil

Damit ist auch klar: Die Organisationen versprechen dem Spital Wattwil die bessere Zukunft als jenem in Wil. Sie setzen dabei auf eine Gesundheitsversorgung mit eigenständiger Trägerschaft. Die Gemeinde Wattwil hatte dies bereits vor Monaten vorgeschlagen; eine Stiftung oder eine Aktiengesellschaft erlaube flexibler mit möglichen Partnern zu verhandeln.

Die Toggenburger haben sich bereits gewappnet, falls die Regierung «trotz aller klar ersichtlichen Vorteile» nicht auf ihr Modell einsteigen will. Ihre alternativen Vorschläge: Als zweitbeste Lösung können sie sich die Weiterführung der Spitalregion vorstellen, allerdings als Spitalregion Toggenburg. Oder, falls auch dies in der Pfalz nicht auf offene Ohren stösst, eine Integration von Wattwil in die Spitalregion Linth. (rw)

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