Das Spenderblut fliesst ohne Unterbruch

Während andere Regionen einen Einbruch vermeldeten, blieben die Ostschweizer Blutspender treu. Das soll auch so bleiben.

Noemi Heule
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Gute Neuigkeiten: Derzeit gibt es genügend Blutspender in der Ostschweiz.

Gute Neuigkeiten: Derzeit gibt es genügend Blutspender in der Ostschweiz. 

Michel Canonica

Für einmal verheisst eine Schlange vor einer medizinischen Institution etwas Gutes: Spender mussten Anfang Woche im Blutspendezentrum St. Gallen anstehen, um Blut zu lassen. Noch vor zehn Tagen sah die Situation ganz anders aus.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) vermeldete einen Einbruch bei Blutspenden um knapp einen Drittel. Wegen des Coronavirus blieben viele Spender fern. Das Rote Kreuz schlug Alarm: «Sollte diese Reduktion länger anhalten, droht ein Versorgungsengpass in den Spitälern», hiess es in einer Mitteilung. Der dazugehörige Appell schlug an: «Auch bei der Blutspende sind die Schweizerinnen und Schweizer solidarisch», heisst es in einer Mitteilung knapp eine Woche später. Die Blutversorgung sei gesichert, dennoch bleibe Blutspenden wichtig.

«Die Situation kann sich schnell ändern»

Während in anderen Regionen die Blutreserven rückläufig waren, spendeten die St. Gallerinnen und St.Galler weiterhin fleissig.

«Die Ostschweizer Blutspender habe in den vergangenen zwei Wochen ihre Treue zur Blutspende rege unter Beweis gestellt.»

Das sagt Petra Reiter, Kommunikationsverantwortliche der Stiftung Blutspende SRK Ostschweiz. Einen Einbruch habe man nicht verzeichnet, wohl aber einen Anstieg nach dem nationalen Spenderaufruf, den man erfreut zur Kenntnis nimmt.

Denn Blutspenden bleiben wichtig: «Die Situation kann sich schnell ändern. Trotz der Coronavirus-Pandemie bleiben Spitäler auf Blutkonserven für schwerkranke oder verletzte Patientinnen und Patienten angewiesen», heisst es beim Dachverband in Bern. Es sei deshalb wichtig, dass die Gesunden weiterhin wie gewohnt spendeten. Einzig für planbare Operationen werden derzeit weniger Blutkonserven gebraucht.

Erschwerte Bedingungen, erhöhte Anforderungen

Die Blutspenden werden nun unter erschwerten Bedingungen durchgeführt. Wie überall müssen die Abstandsregeln des Bundes eingehalten werden. Eine lange Schlange vor dem Blutspendezentrum bildet sich mit den nötigen zwei Metern Abstand deshalb schnell. Auch das Personal muss Distanz halten. «Einzig beim Einstich muss das medizinische Personal diesen Abstand kurz unterschreiten», sagt Petra Reiter.

Ohnehin gilt: Wer Erkältungssymptome zeigt oder möglicherweise angesteckt ist, darf kein Blut spenden. Risikogruppen werden ebenfalls ausdrücklich darauf hingewiesen, den Weg ins Spenderzentrum zu unterlassen. Wer bis zu 14 Tage nach der Spende erkrankt, muss sich beim Blutspendezentrum melden. Eine Ansteckung über das Blut gilt gemäss Blutspende-Dachverband jedoch als unwahrscheinlich:

«Coronaviren werden typischerweise über Tröpfchen – Niesen oder Husten – übertragen. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, dass sie über das Blut weitergegeben werden.»

Weil derzeit erhöhte Anforderungen gelten, empfehlen die Fachpersonen unisono, unbedingt vor der Spende die Website des Blutspendezentrums zu konsultieren, um einen unnötigen Gang ins Spenderzentrum zu vermeiden.

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