Das sind die aktuellen Arbeitslosenzahlen der Ostschweizer Kantone: Betroffen sind in St.Gallen und im Thurgau vor allem Jüngere

Die Arbeitslosenzahlen bleiben in den Ostschweizer Kantonen stabil. Aber nur im Vergleich mit den Vormonaten. Vergleicht man sie mit den Zahlen im August 2019, so zeigt sich wenig überraschend: Es sind deutlich mehr auf Jobsuche.

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Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum in Frauenfeld.

Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum in Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari

Kanton St.Gallen

(dar/pw/red) Im August ist die Zahl der Stellensuchenden im Kanton St.Gallen gegenüber dem Vormonat weitgehend stabil geblieben. Dies schreibt die St.Galler Staatskanzlei in einer Medienmitteilung. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Anstieg weiterhin gut 4100 Personen. Ende August liefen die bestehenden Bewilligungen zur Kurzarbeit aus. Wie viele davon verlängert werden, lässt sich im Moment noch nicht genau beziffern. Die Zahl wird aber tiefer liegen als in den Vormonaten.

Ende August waren im Kanton St.Gallen 13'405 Stellensuchende bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat sind es 24 Stellensuchende mehr. Gegenüber dem August 2019 beträgt die Zunahme wie vor Monatsfrist fast 45 Prozent. In der ganzen Schweiz sind es rund 40 Prozent.

Die Arbeitslosenzahlen im Kanton St.Gallen

in Tausend
August 2020
August 2019
TotalMännerFrauenSchweizerAusländer15- bis 24-Jährige25- bis 49-Jährige50-Jährige und Ältere0510

Zunahme bei jüngeren Stellensuchenden tiefer als im Vormonat

Die 15- bis 24-jährigen Stellensuchenden sind zwar mit einer Zunahme von mehr als 54 Prozent überdurchschnittlich vom Anstieg gegenüber dem Vorjahr betroffen. Im Vormonat waren es allerdings noch über siebzig Prozent gewesen, heisst des in der Mitteilung der St.Galler Staatskanzlei weiter.

In den Wahlkreisen gab es Im Augunst keine ausgeprägten Veränderungen. Im langfristigen Vergleich ist der Anstieg im Wahlkreis St.Gallen, zusammen mit jenem Toggenburg unterdurchschnittlich (je +35 Prozent). Am höchsten ist die jährliche Zunahme nach wie vor im Rheintal sowie im Sarganserland mit rund sechzig Prozent.

Zunahme in der Industrie nach wie vor grösser als bei den Dienstleistungen

Kurzfristig gab es gegenüber dem Juli in einigen Industriebranchen nochmals Zunahmen um mehr als vier Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zunahme in der Industrie nach wie vor höher (+52 Prozent) als bei den Dienstleistungen (+41 Prozent).

Ende August hat die sechsmonatige Phase geendet, für die Firmen Kurzarbeit anmelden konnten. Noch Ende Juli gab es im Kanton St.Gallen bewilligte Anträge von über 9000 Betrieben für mehr als 104'000 Mitarbeitende. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit rechnet mit rund 2500 Betrieben, die erneut ein Gesuch für Kurzarbeitsentschädigung stellen.

Kanton Thurgau

«Der Arbeitsmarkt präsentiert sich im Kanton Thurgau stabil», schreibt der Kanton in einer Medienmitteilung. Demnach waren per 31. August 4025 Personen arbeitslos. Das sind 19 Arbeitslose mehr als im Vormonat Juli. Die Arbeitslosenquote zeige sich mit 2,6 Prozent konstant. Leicht gesunken ist die Anzahl Stellensuchender, von 7'251 im Juli auf 7219 im August. Die Quote der Stellensuchenden bleibt aber wie in den letzten drei Monaten bei 4,7 Prozent.

Vergleicht man die Zahlen jedoch mit denen des Vorjahrs, so zeige sich ein deutlicher Unterschied, wie der Kanton präzisiert: Die Anzahl Stellensuchender stieg innert Jahresfrist von 5213 auf 7219. Die Quote der Stellensuchenden lag im August 2019 bei 3,4 Prozent, jetzt bei 4,7. Am 31. August 2019 waren 2781 Personen als arbeitslos gemeldet, aktuell sind es 4025.

Die Lage auf dem Thurgauer Arbeitsmarkt

Arbeitslose im Kanton Thurgau
August 2020
August 2019
TotalMännerFrauenSchweizerAusländer15-24 Jahre25-49 Jahre50-64 Jahre01000200030004000

Arbeitslosigkeit trifft Männer und Schweizer mehr

Vom Stellenverlust sind vor allem Männer betroffen: Die Anzahl arbeitsloser Männer stieg von 2262 im Juli auf 2281 (+19) im August. Die Anzahl arbeitsloser Frauen stagnierte bei 1744. Bezüglich Nationalität fällt auf, dass der Stellenverlust insbesondere Schweizerinnen und Schweizer betrifft. Das RAV verzeichnete innert Monatsfrist einen Anstieg von 1992 im Juli auf 2042 (+50) im August bei Personen mit Schweizer Herkunft.

Bei ausländischen Arbeitslosen sank die Anzahl um 31, von 2014 im Juli auf 1983 im August. Während sich die Arbeitslosenzahl beim Kader und bei Berufen in einer Hilfsfunktion reduzierte, erhöhte sich die Anzahl in der Kategorie Fachfunktion. Konkret stieg die Zahl arbeitsloser Personen in einer Fachfunktion von 2275 im Juli auf 2358 (+83) im August.

In der gleichen Zeitspanne sank die Zahl bei der Kategorie Hilfsfunktion von 1310 auf 1259 (-51). Beim Kader verminderte sich die Arbeitslosenzahl von 258 auf 246 (-12). Abgänge gab es bei den Lehrlingen, von 74 auf 71, eine leichte Erhöhung von 75 auf 79 (+4) bei den Studierenden sowie Schülerinnen und Schülern.

Längere Arbeitslosigkeit

Im Hinblick auf die Dauer ist eine Tendenz zu einer längeren Arbeitslosigkeit festzustellen. Die Anzahl Personen, die über ein Jahr arbeitslos sind, erhöhte sich von 617 auf 634 (+17). In der Kategorie 7-12 Monate Arbeitslosendauer stieg die Zahl von 997 auf 1'040 (+43). Ein Abgang von 41 Personen auf 2'351 ist in der Kategorie 1 bis 6 Monate zu beobachten.

Bezüglich Alter erhöhte sich die Anzahl bei den 15 bis 24- Jährigen innert einem Monat von 530 auf 623 (+93). Bei den 25 bis 49-Jährigen sank hingegen die Arbeitslosenzahl von 2269 auf 2192 (-77). Um 2 Personen auf 1204 stieg die Zahl bei den 50 bis 64-Jährigen und bei den über 65-Jährigen gab es eine Zunahme um 1 auf aktuell 6 Personen. Per 31. August 2020 waren bei den Thurgauer RAV 1212 offene Stellen registriert (-67 gegenüber dem Vormonat). 808 dieser Stellen waren meldepflichtig; 404 Stellen unterstanden nicht der Meldepflicht.

Kanton Appenzell Ausserrhoden

«Das Total der Stellensuchenden hat gegenüber dem Vormonat um drei Personen abgenommen», schreibt der Kanton Appenzell Ausserrhoden in einer Mitteilung. Neu sind 1'083 Personen beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) eingeschrieben, wovon 690 ganz ohne Beschäftigung sind. Die Arbeitslosenquote, die nur die arbeitslosen Stellensuchenden berücksichtigt, liegt neu bei 2,2 Prozent.

Von Arbeitslosigkeit betroffen sind 608 Männer und 475 Frauen. 394 Stellensuchende (Vormonat 393) sind über 50-jährig. 11,7 Prozent aller Betroffenen sind bereits länger als ein Jahr ohne feste Anstellung und fallen somit in die Kategorie der Langzeitarbeitslosen. In der Altersklasse der 15- bis 24-jährigen (Jugendarbeitslosigkeit) sind 131 Personen beim RAV gemeldet. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersklasse liegt mit 2,2 Prozent auf gleichem Niveau wie die allgemeine Quote über alle Altersklassen.

Im August haben die Personalberater und -beraterinnen im RAV Appenzell Ausserrhoden 556 Beratungsgespräche durchgeführt. Insgesamt konnten sich im Verlauf des Monats 159 Personen von der Arbeitsvermittlung abmelden, während dessen sich auf der andern Seite 156 Personen neu anmelden mussten.

Seit Beginn der Corona-Krise hat die Arbeitslosenkasse Appenzell Ausserrhoden rund 27 Millionen Franken Kurzarbeitsentschädigung ausbezahlt. Entschädigt wurden damit 850 Betriebe für ein Total von 1'035'000 wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden.

Kanton Appenzell Innerrhoden

Wie Nachbarkanton Appenzell Ausserrhoden verzeichnet auch der Kanton Appenzell Innerrhoden einen leichten Rückgang: Ende August 2020 waren im Kanton mit 152 Personen vier Stellensuchende weniger verzeichnet als im Vormonat (156, Vorjahresmonat 138). Davon sind 97 Personen, d.h. vier Personen mehr arbeitslos als im Juli 2020. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 1,09 Prozent. 55 Personen sind zurzeit in arbeitsmarktlichen Massnahmen integriert, erzielen einen Zwischenverdienst oder befinden sich in der Kündigungsfrist. Mit einer Quote von 1,1 Prozent weist der Kanton Appenzell Innerrhoden eine Arbeitslosenquote aus, die deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt von 3,3 Prozent liegt.

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