Das Schulhaus kann im Dorf bleiben

Im Kanton Thurgau dürfen die Schulgemeinden die Basisstufe einführen. Das hat der Grosse Rat gestern mit einer Anpassung des Gesetzes über die Volksschule auf Antrag des Regierungsrats beschlossen.

Drucken
Teilen

FRAUENFELD. Die Vorlage war umstritten. Die Sprecherinnen und Sprecher fast aller Fraktionen votierten für die Vorlage. Richtig sei, dass die Basisstufe von den Schulgemeinden optional eingeführt werden dürfe und nicht eingeführt werden müsse, sagte Hanspeter Wehrle (FDP, Münchwilen). Gleicher Meinung war Silvia Schwyter (Grüne, Sommeri). Wichtig sei die Schaffung von geeigneten Räumen, in denen Kindergartenkinder und Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse oder der ersten und der zweiten Klasse gemeinsam von zwei Lehrkräften unterrichtet würden.

SVP und EDU dagegen

Gegen die Basisstufe war die SVP-Fraktion. Ihre Sprecherin Verena Herzog (Frauenfeld) sagte, Aufwand und Ertrag der Basisstufe stimmten nicht überein. Herzog zweifelte auch am von Befürwortern propagierten pädagogischen Sinn der Basisstufe. Das Nebeneinander von drei oder vier Jahrgängen in der Basisstufe führe zu grosser Unruhe im Unterricht, sagte Herzog. Schüler mit einer Konzentrationsschwäche etwa seien im Nachteil.

Daniel Wittwer (EDU, Sitterdorf) argumentierte, ein Kindergartenkind sollte noch keinen Leistungsdruck haben, sondern auch spielerisch lernen können. Deshalb sei die Basisstufe abzulehnen, so Wittwer.

Zufriedene SVP-Bildungschefin

Mit 91 zu 24 Stimmen trat der Grosse Rat am Ende auf die Vorlage ein. Im Moment haben sich im Thurgau versuchsweise fünf Schulgemeinden mit einer Basisstufe organisiert. Ab 2014/15 werden wohl weitere folgen.

Bildungsdirektorin Monika Knill (SVP) hatte eine kontroverse Debatte erwartet. Sie schätzt, dass sofort fünf bis zehn Schulgemeinden dem Beispiel der Versuchsschulen folgen und Basisstufen einführen. Sie wisse aus der Vernehmlassung, so Knill, dass der Entscheid des Grossen Rats für einzelne kleine Schulgemeinden auf dem Land eine «Erlösung» sei. Für diese Gemeinden bedeute der Beschluss, dass das Schulhaus im Dorf bleiben könne. (sda)

Aktuelle Nachrichten