Kommentar

Das Schulfach «Ethik, Religionen und Gemeinschaft» soll künftig allein von schulischen Lehrkräften unterrichtet werden – Das Ringen hat ein Ende. Endlich.

Die St.Galler Regierung hebt die umständliche Zweiteilung des Schulfaches «Ethik, Religionen und Gemeinschaft» auf. Damit beendet sie einen unsinnigen Leerlauf zulasten der Kirchen.

Noemi Heule
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Noemi Heule

Noemi Heule

Foto: Urs Bucher

Es war von Anfang an ein Knorz. Das Schulfach «Ethik, Religionen und Gemeinschaft» (ERG) gründet auf einer Unstimmigkeit zwischen den Schulträgern und den Landeskirchen. Und mündete in einen Mittelweg mit zweifelhaften Zugeständnissen an die Kirchen. Mit der Zweiteilung des Faches behielten sie einen Fuss in der Volksschultür. Die Folgen: grosser organisatorischer Aufwand und die Aufspaltung der Klassengemeinschaft entlang der Religionsgrenzen.

Dass die Regierung diese Tür nun schliesst, ist die sinnvolle Konsequenz aus einem unsinnigen Kompromiss.

Dennoch: Der Frust der Kirchen ist verständlich. Sie haben für den dreijährigen Leerlauf Geld investiert und Lehrpersonen ausgebildet. Damit dies nicht ganz umsonst war, können sie nun den freiwilligen Religionsunterricht ausbauen. Ein weiteres, berechtigtes Zugeständnis: Das Wahlfach bleibt Teil des Stundenplans.

In einer säkularen Gesellschaft hat die Kirche aber nichts mehr verloren in einem Fach, das mit dem Vermerk Pflicht versehen ist. Das lange Ringen um Einfluss im Schulzimmer mit medialen Debatten und parlamentarischen Vorstössen war dem Schulfach, das sich dem Zusammenleben verschrieben hat, ohnehin nicht würdig.