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Das Schlachtschiff unter dem Dorf

ST.MARGRETEHENBERG. Im «Keller» des Dörfleins St.Margrethenberg oberhalb von Pfäfers liegt die riesige ehemalige Festung Furggels. Ihre neuen Besitzer sind bestrebt, das Werk als unveränderten Zeitzeugen zu erhalten.
Jerry Gadient
Die drei riesigen Sulzer-Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung in der Festung Furggels. (Bilder: Jerry Gadient)

Die drei riesigen Sulzer-Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung in der Festung Furggels. (Bilder: Jerry Gadient)

«Wir sind bestrebt, dieses Kulturgut den künftigen Generationen so zu erhalten, wie es die letzten diensttuenden Wehrmänner 1998 verlassen haben», erklärt Lothar Bichsel sen. zu seinen Plänen für die Festung Furggels. Die Festung Furggels GmbH als neue Besitzerin will also – im Unterschied zu anderen heute öffentlich zugänglichen Festungsbauten – nicht ein eigentliches Museum einrichten.

541 Betten

Bichsel bezeichnet die Anlage wegen ihrer Dimensionen als «verborgenes Schlachtschiff». Um die viereinhalb Kilometer legt zurück, wer alle Stollen der Festung abschreitet. Furggels war eines der grössten Artilleriewerke, die in der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs und später während des Kalten Kriegs entstanden. Betrieben wurde es bis vor gut zehn Jahren.

In den Unterkünften finden sich 541 Betten, der Vollbetrieb der Festung erforderte eine Mannschaft von 420 Mann. Das Trinkwasserreservoir fasst in drei Becken 1,8 Mio. Liter Wasser. Drei grosse Sulzer-Schiffsgeneratoren erzeugen Strom. Zur Bewaffnung gehörten unter anderem vier 15-cm-Bunkerkanonen.

Bis Anfang der Neunzigerjahre wurde die Festung Furggels kontinuierlich an die veränderten Bedrohungsformen angepasst und auf dem neusten Stand gehalten.

Diese riesige unterirdische Infrastruktur kann künftig unter Führung besichtigt werden – verbunden mit einem kulinarischen Erlebnis. Aus der bestens erhaltenen Küche können auch grössere Gesellschaften versorgt werden. Deshalb sind in der Festung auch Geburtstagsfeiern und andere Feste möglich.

Speck aus dem Felsenkeller

Die Schaffung einfacher Übernachtungsmöglichkeiten ist in der näheren Umgebung vorgesehen. Im Werk selber ist dies wegen der Brandschutzvorschriften nicht möglich.

Ein zwischenzeitlich ins Auge gefasster Hotelbetrieb in der Festung liess sich aus demselben Grund nicht realisieren.

Lothar Bichsel und seine Helfer – an vorderster Front sein gleichnamiger Sohn sowie Werkmeister René Julmy, dazu zahlreiche Personen aus der Gemeinde Pfäfers und der Region – arbeiten ehrenamtlich. Führungen und Events sollen die Betriebskosten decken; zusätzlich ist die Drittvermietung einzelner Räume geplant.

So berichtet Bichsel von Plänen der Firma Ospelt, in den Felsenkellern Speck und Schinken reifen zu lassen – und dann als Spezialitäten aus der Festung auf den Markt zu bringen. Weiter geplant sind eine Bibliothek im Postlokal, ein Smoking-Raum sowie der Verkauf von Armee-Antiquitäten. Weitere Ideen seien vorhanden, sagt Bichsel.

Wiesland an die Landwirte

Verschrieben wurde vor wenigen Tagen auch die Festungsabdeckung – 19 Hektaren Wiesen und Wald. Während der Wald von der Ortsgemeinde übernommen wurde, ging das Wiesland an die Landwirte, die das Land bisher von der Armee gepachtet hatten. Die Parzellen mit den oberirdischen Baracken und Bunkern hat die Festung Furggels GmbH übernommen.

Im Frühsommer wird die Festung Furggels ihre Tore öffnen. Dem einst als Küchenchef in der Festung Castels vom «Festungsfieber» infizierten Bichsel und seinen Helfern steht bis dahin noch nun ein gerüttelt Mass an Arbeit bevor. Vorderhand offen lässt es deshalb, was mit dem ebenfalls in seinem Besitz befindlichen, viel kleineren Werk «Passati» in Sargans geschieht. Ein altes Wirtshausschild hatte dort jedenfalls schon zu (nicht zutreffenden) Spekulationen geführt.

Die unterirdischen Becken fassen 1,8 Millionen Liter Trinkwasser.

Die unterirdischen Becken fassen 1,8 Millionen Liter Trinkwasser.

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