Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Das Restaurant ist eine gute Lebensschule

Pro

Kinder gehören zum Leben. Das klingt banal, aber offenbar haben das viele noch immer nicht mitbekommen. Viele haben auch vergessen, dass sie selber einmal Kinder waren. Zur Erinnerung: Kinder lachen, Kinder weinen, Kinder rennen, Kinder hüpfen, und manchmal schreien und quengeln sie eben auch. Das kommt in den besten Familien vor. Es gibt keine Möglichkeit, den Trotzanfall eines Kleinkinds zu beenden, wenn er erst einmal begonnen hat, darin sind sich alle Erziehungsexperten einig. Ein schreiendes Kind kann man nicht einfach abstellen, es gibt keinen Aus-Knopf.

So kommt es, dass es manch-mal eben laut wird. Wenn man Pech hat, passiert das im Restaurant, gerade wenn man bestellt hat. Soll man die Kinder deswegen zu Hause lassen? Nein! Wenn sie noch klein sind und trötzeln, geht man mit ihnen halt kurz nach draussen, bis sie sich wieder beruhigt haben. Wenn sie älter sind, ist das Restaurant eine gute Lebensschule. Dort merken sie, dass sie nicht überall Fangis spielen dürfen. Dort lernen sie, sich zu benehmen, auch einmal still zu sitzen und (aufs Essen) zu warten.

Kinder stören, und was stört, muss weg: Diese Logik hat auch etwas sehr Schweizerisches. Alles soll bitteschön seine Ordnung haben, denn alles Unberechenbare macht Angst. Was für ein Unterschied zum Spanier, wo der Kellner sogleich aufblüht, wenn Kleinkinder sein Lokal betreten! Was für ein Unterschied zum Chef des arabischen Restaurants, der galant darüber hinwegsieht, wenn sich die Kinder bis zum Hauptgang unterm Tisch verkriechen, und der zum Dessert ein Glace serviert, ohne es zu verrechnen!

Mich stört im Restaurant immer ganz anderes: Zum Beispiel das Paar am Nebentisch, das sich den ganzen Abend lang anschweigt und eine peinliche Stille verbreitet. Oder die billige Musik aus den Lautsprechern, die dem Lokal jede Würde nimmt. Was ist im Vergleich dazu ein bisschen Kinderlachen! Wer wegen so etwas die Nerven verliert, muss ein sorgloses Leben führen.

Klar, es gibt eine Möglichkeit, die Kinder im Restaurant ruhig zu stellen: Tablets und Smartphones verteilen. So sitzt die Familie dann gemeinsam schweigend am Tisch vor verschiedenen Bildschirmen. Ein trauriges Bild. Da bleibt man besser zu Hause.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.