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Das Rennen um die St.Galler Ständeratssitze: Der zweite Wahlgang wird ein Dreikampf

Wer tritt nochmals an, wer zieht sich zurück? Was macht die SVP, was macht der Freisinn? Die Analyse nach dem ersten Wahlgang.
Andri Rostetter
Siegerlächeln: Benedikt Würth (CVP) und Susanne Vincenz-Stauffacher im St.Galler Pfalzkeller. (KEY/Eddy Risch)

Siegerlächeln: Benedikt Würth (CVP) und Susanne Vincenz-Stauffacher im St.Galler Pfalzkeller. (KEY/Eddy Risch)

Wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes passiert, heissen die beiden St.Galler Ständeräte auch künftig Benedikt Würth und Paul Rechsteiner. Insbesondere Rechtsteiners starkes Abschneiden dürfte die Gelüste sämtlicher Herausforderer substanziell schmälern. Die Ausgangslage ist so deutlich, dass sich die Konkurrenz zurückziehen könnte. Das wird aber kaum passieren, zumindest nicht in allen Fällen. Ein Überblick über die möglichen Szenarien.

Die Grünen haben zwar in Aussicht gestellt, dass sie das Resultat zuerst analysieren wollen, bevor sie über eine Teilnahme am zweiten Wahlgang entscheiden – eine gängige Wahlsonntagsfloskel, die vor allem einen Zweck hat: Die Partei kann damit in der Woche nach den Wahlen noch einmal Aufmerksamkeit auf sich ziehen, auch wenn die Sache schon klar ist. Denn die Grünen wissen: Der Nationalratssitz ist im Trockenen, die Mission erfüllt – und mehr ist unrealistisch. Kommt hinzu, dass ein Wahlkampf finanziell und personell aufwendig ist. Für die Grünen gibt es deshalb nichts mehr zu holen, sie werden sich zurückziehen.

Die Freisinnigen dagegen dürften sich nach dem enttäuschenden Resultat von Marcel Dobler tatsächlich zur Analyse gezwungen sehen, allerdings ebenfalls mit absehbarem Ergebnis: Ein Antritt im zweiten Wahlgang lohnt sich nicht. Dobler dürfte keine zusätzlichen Stimmen generieren, sein Potenzial ist ausgeschöpft. Eine Variante ist Susanne Vincenz-Stauffacher ins Rennen zu schicken. In den Ersatzwahlen im Frühling zog sie gegen Würth zwar den Kürzeren. In der jetzigen Konstellation – also als Alternative zu Rechsteiner – könnte Vincenz-Stauffacher als gemässigte FDP-Frau deutlich bessere Karten haben. Dass die Partei nun das Pferd wechselt und auf ihre Neo-Bundesparlamentarierin setzt, ist zwar möglich, aber wenig wahrscheinlich. Zum einen wird die Partei vor allem einmal erleichtert sein, weiterhin zwei Sitze im Bern zu besetzen. Zum anderen ist der Vorsprung Paul Rechsteiners schlicht zu gross.

Die Grünliberalen werden sich ebenfalls zurückziehen. Die Partei hat zwar einen Sitz im Nationalrat geholt, aber überraschenderweise nicht mit ihrem Spitzenkandidaten Pietro Vernazza, der zusätzlich für den Ständerat kandidierte. Der Arzt muss das auch als persönliche Niederlage verbuchen: Er konnte nicht einmal die Mehrheit der Wählerbasis seiner eigenen Partei überzeugen.

Und die SVP? Sie dürfte die einzige Partei sein, die ihren Kandidaten nochmals ins Rennen schickt – immerhin hat Roland Rino Büchel das drittbeste Ergebnis erzielt. Die SVP hat sich als wählerstärkste Kraft ohnehin einen faktischen Antrittszwang auferlegt: So lange sie keinen Sitz im Ständerat hat, will sie es versuchen. Büchel wird somit aller Voraussicht nach nochmals antreten.

Die Konstellation am 17. November dürfte demnach heissen: Benedikt Würth gegen Paul Rechsteiner gegen Roland Rino Büchel. Historisch gesehen wäre das eine kleine Sensation: Zum ersten Mal seit Gründung des Bundesstaates fänden die St. Galler Ständeratswahlen ohne freisinnige Beteiligung statt.

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