«Das Projekt war grenzwertig»

Der Rektor des bzb Buchs hat nach der Kritik von Eltern ein Projekt gestoppt. Die Lernenden hätten eine Spielzeugpistole konstruieren und bauen sollen.

Thomas Schwizer
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BUCHS. Projekte für Klassen, die am Berufs- und Weiterbildungszentrum (BZB) in Buchs laufen, werden teilweise von den Lernenden selbst, teilweise von der Lehrperson vorgeschlagen. Das war auch im aktuellen Projekt der angehenden Polymechaniker und Konstrukteure so. Es wurde aber am Montag vom Rektor persönlich gestoppt.

Vom Abteilungsleiter bewilligt

Spielzeugwaffen wie die handelsüblichen, weit verbreiteten Nerf (Bild) sind in diversen Geschäften frei erhältlich. Aus technischer Sicht wäre die selbständige Konstruktion und Fertigung einer solchen funktionsfähigen Spielzeugwaffe eine interessante Herausforderung. Das fand auch eine Lehrperson und liess die Projektidee vom Abteilungsleiter prüfen – er muss alle Projekte vor der Freigabe bewilligen. Schliesslich teilte dieser die Ansicht der Lehrperson und bewilligte das Spielzeugwaffen-Projekt.

Der Abteilungsleiter habe aber klare Auflagen erlassen. Laut Heeb war das beispielsweise, dass die Lernenden die Waffen nie in die Schule mitnehmen dürfen.

Gerade in Zeiten, in denen täglich auch am Bahnhof Buchs Flüchtlinge eintreffen, die vor der Waffengewalt in Kriegsgebieten fliehen, sei es schockierend, dass solche Projektaufgaben an einer öffentlichen Berufsschule gestellt würden, befanden Eltern und Ausbildner. Beni Heeb bestätigte die kritischen Reaktionen von Eltern und Ausbildungsbetrieben. Die Anrufer fanden, mit der Pistole werde eine zumutbare Grenze überschritten. Damit fanden sie Gehör beim bzb-Rektor, der reagierte und das Projekt schliesslich stoppte. Zumindest eine selbst konstruierte und hergestellte Spielzeugwaffe wird es bei den bzb-Lernenden also nicht geben.

Beni Heeb erachtet diese Projektaufgabe für die Lernenden denn auch persönlich als «grenzwertig» und macht kein Hehl daraus, dass er sie selbst nicht bewilligt hätte.

Die technische Aufgabe der Konstruktion und des Baus sei zwar sicher konform mit den entsprechenden Ausbildungszielen. Aber er habe ganz klar Verständnis dafür, dass die Konstruktion einer Spielzeugwaffe aus psychologischen Gründen Widerstand hervorrufe, sagt der Rektor. Disziplinarische Folgen für die Lehrperson und den Abteilungsleiter wird der Projektstop keine haben, hält der Rektor fest.

«Aus der Erfahrung lernen»

Er soll aber Anlass dafür sein, daraus zu lernen, denn es sei für alle Beteiligten eine wertvolle Erfahrung. Nun gilt es, anstelle des vom bzb-Rektor abgeblasenen Konstruktionsprojektes ein neues aufzugleisen. Welches das sein wird, ist bis jetzt noch nicht entschieden. Das werde in den nächsten Tagen zusammen mit den Lernenden erarbeitet, sagt Heeb abschliessend.

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