Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Das Open Air St.Gallen schliesst den Westeingang: «Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen»

Die Veranstalter des Open Air St.Gallen rechnen nicht mehr mit einem ausverkauften Festival. Um Kosten zu sparen, schliessen sie dieses Jahr deshalb den Westeingang in Abtwil. Das wirft Fragen zum finanziellen Zustand des Festivals auf. Die Verantwortlichen beschwichtigen aber.
Luca Ghiselli
Bleibt dieses Jahr geschlossen: Der Westeingang in Abtwil mit dem Wartebereich. (Bild: Sabrina Stübi, 28. Juni 2018)

Bleibt dieses Jahr geschlossen: Der Westeingang in Abtwil mit dem Wartebereich. (Bild: Sabrina Stübi, 28. Juni 2018)

Sie sind vielen Festival-Besuchern noch in schlechter Erinnerung: Die zahlreichen Lücken zwischen den Zelten. Schon 2018 war das Open Air St.Gallen mit 27’000 Besuchern nicht ausverkauft – und auf Campen hatten auch bei weitem nicht alle Lust. Für die diesjährige Ausgabe des Festivals im Sittertobel sind die Aussichten noch düsterer, wie gut unterrichtete Quellen durchblicken lassen.

Veranstalter schweigen zu den Vorverkaufszahlen

Hinter vorgehaltener Hand bestätigen Insider, dass die Vorverkaufszahlen alles andere als zufriedenstellend und die Organisatoren deshalb zu Einsparungen gezwungen seien. Klar ist: Weniger Besucher bedeutet auch weniger Einnahmen.

Wie viele Tickets bisher im Vorverkauf über den Ladentisch gingen, darüber schweigen sich die Festival-Veranstalter seit mehr als drei Monaten beharrlich aus. Begründung: Die Zahlen ändern sich von Woche zu Woche. Open-Air-Medienchefin Nora Fuchs sagt nur: «Wir rechnen nicht mit einem ausverkauften Festival.» Es sei aber davon auszugehen, dass die Besucherzahl etwa auf Niveau des Vorjahres sein werde, sagt Fuchs.

In Abtwil werden die Schotten dicht gemacht

Nora Fuchs, Medienchefin Open Air St.Gallen.

Nora Fuchs, Medienchefin Open Air St.Gallen.

Sicher ist: 2019 bleibt der Westeingang in Abtwil geschlossen. Nora Fuchs bestätigt die Massnahme auf Anfrage. Sie sagt: «Ursprünglich wurde dieser 2014 aus logistischen Gründen konzipiert, als immer mehr Besucherinnen und Besucher immer früher ans Festival anreisten und beim Haupteingang bis auf die Zürcher Strasse anstanden.»

In den letzten Jahren habe sich das Besucherverhalten aber wieder verändert. Während 2014 noch rund 2000 Personen im Wartebereich campiert hatten, waren es 2018 deutlich weniger. Fuchs sagt:

«Letztes Jahr haben noch rund 600 bis 800 Personen schon von Mittwoch bis Donnerstag im Warteraum campiert.»

Die Infrastruktur und der Betrieb des Westeingangs seien mit grossem Aufwand verbunden. Und er sei kostenintensiv. Genutzt werde der Eingang aber hauptsächlich am Festivaldonnerstag. Nora Fuchs sagt:

«Der Aufwand steht in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen.»

Diese Umstände sowie die strengen Bodenschutz-Auflagen hätten schliesslich zum Entscheid geführt, den Westeingang mit dem Wartebereich 2019 ganz zu schliessen.

Veranstalter rechnen nicht mit Engpass am Haupteingang

Einen Engpass am Haupteingang befürchtet Fuchs derweil nicht. «Der Besucherstrom ab Donnerstagnacht bis Sonntag ging schon immer hauptsächlich über den Haupteingang.» Aufgrund des Bändeltauschs an den Welcome Desks, bei den Raiffeisenbanken und durch die elektronischen Eingangskontrollen könne der Einlass heute zudem schneller abgewickelt werden.

Der Entscheid, den Westeingang zu schliessen, sei in Absprache mit den Behörden erfolgt. «In Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei werden sämtliche Massnahmen getroffen, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen.»

«Optimieren ohne Sparauftrag»

Hat das Open Air ob der rückläufigen Besucherzahlen der vergangenen Jahre einen Sparauftrag? Nein, sagt Nora Fuchs. Man gehe ohnehin jedes Jahr über die Bücher, schaue jeden Posten einzeln an und frage sich, was es zu optimieren gebe. Dieses Jahr sei es eben die Abschaffung des Westeingangs gewesen.

Dafür investiere man in andere Bereiche: So werde das Festival dieses Jahr CO2-neutral und kompensiere Restemissionen finanziell mit der Unterstützung von Klimaschutzprojekten. «Wenn wir also mit der Schliessung des Westeingangs Geld sparen, investieren wir es an anderer Stelle», sagt Fuchs.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.