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Kommentar

Das Open Air St.Gallen muss sich um die Tobel-Gemeinschaft kümmern

Migros-Budget-Shop, Casa Bacardi, Winston-Lounge: Weite Teile des Festivalgeländes sind von Sponsorenbauten besetzt. Gleichzeitig ist die Zeltstadt auf dem Rückzug. Das ist eine heikle Entwicklung.
Andri Rostetter
Showbusiness ist eben auch Business: Festivalbesucher am Sonntagnachmittag vor der Hauptbühne. (Bild: Urs Bucher)

Showbusiness ist eben auch Business: Festivalbesucher am Sonntagnachmittag vor der Hauptbühne. (Bild: Urs Bucher)

Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Dieses Jahr hat im Sittertobel alles gepasst: Das Wetter, die Stimmung, die Musik – und mit Depeche Mode gab es einmal mehr einen Headliner der Sonderklasse. Also alles gut im St. Galler Festivalland? Nicht ganz. Zum zweiten Mal in Folge muss das erfolgsverwöhnte Open Air einen Besucherrückgang in Kauf nehmen. Dieses Jahr können aber weder das Wetter noch das Programm dafür verantwortlich gemacht werden. Auch mit dem Konkurrenzdruck lässt sich der Besucherrückgang nur schlecht erklären. Das Open Air St.Gallen ist eine starke Traditionsmarke. Die Atmosphäre ist legendär, die Landschaft einzigartig. Das können nur wenige Festivals bieten.

Ein warnender Hinweis kam am Wochenende von Festivalgründer Freddy Gagi Geiger. Mit Sorge beobachtet er den seit Jahren anhaltenden Rückgang der Zeltstadt. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Tatsache ist aber: Heute sind weite Teile des Festivalgeländes von Sponsorenbauten besetzt – vom Migros-Budget-Shop bis zum Bacardi-Tempel. Im Tobel gibt es vom Grill bis zur Kopfwehtablette fast alles zu kaufen. Dazu kommt, dass viele Partyzeltbetreiber ihren eigenen Konservensound nicht einmal während der grossen Konzerte zurückschrauben. Mit der Ursprungsidee des Festivals – Gemeinschaft und Toleranz – hat dieser überbordende Halligalli-Konsumzauber nichts zu tun. Gut möglich, dass dies potenzielle Besucher abschreckt.

Das Open Air ist dieser Entwicklung ein Stück weit ausgeliefert. Werden die Bedingungen der Sponsoren nicht erfüllt, fliesst kein Geld. Klar: Ein kommerzfreies Happening ist illusorisch. Showbusiness ist eben auch Business. Umso mehr muss die Festivalleitung das Gemeinschaftserlebnis pflegen. Das wird für das Open Air St.Gallen die grosse Aufgabe der kommenden Jahre sein.

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