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Das Olma-Plakat 2018 ist gewählt: Ein Schwein, eine Kuh und ein Hahn zieren das Sujet

Das Sujet des diesjährigen Olma-Plakats ist gewählt. Mit einem Schwein, einer Kuh und einem Hahn werden drei Tiere gezeigt – auf aussergewöhnliche Weise. Gestaltet wurde das Motiv von einem St. Galler.
Tim Frei
Eine Kuh, ein Hahn und ein Schwein: Diese drei Tiere – unkonventionell dargestellt – zieren das Sujet des diesjährigen Olma-Plakats (Bild: PD)

Eine Kuh, ein Hahn und ein Schwein: Diese drei Tiere – unkonventionell dargestellt – zieren das Sujet des diesjährigen Olma-Plakats (Bild: PD)

Vor zwei Jahren kehrte die Kuh als Sujet des Olma-Plakats zurück. Auch dieses Jahr ist sie Teil davon – doch nicht mehr als Hauptdarstellerin: Bei der Olma 2018 muss sich die Kuh den Platz mit dem Schwein und dem Hahn teilen. Drei landwirtschaftliche Nutztiere zieren also das aktuelle Olma-Plakat, das heute enthüllt wird. Gestaltet wurde es vom St. Galler Grafiker Dominic Rechsteiner. Der 39-Jährige setzte sich mit seinem Entwurf gegen 69 weitere durch. «Es ist eine grosse Ehre für mich, nun ein Teil dieser langjährigen Plakatgeschichte zu sein», sagt er.

Ein Novum in der Plakat-Geschichte

Die drei verschiedenen Tiere machen das neue Olma-Plakat speziell. Aussergewöhnlicher ist allerdings die grafische Umsetzung. Rechsteiner hat sich nicht wie seine Vorgänger für ein klassisches Fotosujet entschieden, sondern für eine grafische Weiterentwicklung. «Ein neues Sujet zu finden, ist eine grosse Herausforderung», sagt er. Deshalb sei er auf die Idee gekommen, traditionelle Olma-Bilder digital zu bearbeiten und zu abstrahieren. «Die Herausforderung lag darin, einen Abstraktionsgrad zu evaluieren, bei dem die Tiere immer noch zu erkennen sind.»

Die Olma-Messen sind sehr zufrieden mit dem Sujet, sagt Katrin Meyerhans, Abteilungsleiterin Publikumsmessen, auf Anfrage. «Diese Form der grafischen Umsetzung hat es in der Geschichte der Olma-Plakate noch nicht gegeben.» Laut Meyerhans war dies auch einer der Gründe, weshalb sich die Jury für den Entwurf von Rechsteiner entschieden hatte. Weil der Besucher die verschwommenen Tiere aus naher Distanz nicht sofort erkenne, erzeuge dies Spannung. Genau dies stand am Ursprung von Rechsteiners kreativer Idee. «Wenn ein Motiv unscharf, aber trotzdem wiedererkennbar ist, lässt das Bild Spielraum für eigene und individuelle Interpretationen zu. Dies führt hoffentlich dazu, dass die Betrachter eine Zeit verweilen und sich mit dem Plakat auseinandersetzen», sagt Rechsteiner.

Durch den Alltag inspiriert

Für diese Idee musste der Grafiker der St.Galler Werbeagentur Vitamin 2 und zugleich selbstständiger Grafiker gar nicht so weit suchen. Inspiration fand er im Alltag: «In der heutigen Zeit, in der alles schnell geht und der Informationsfluss enorm ist, neigen wir dazu, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Durch das Defokussieren der Objekte erhoffe ich mir, eine kurzweilige Entschleunigung zu erwirken.» Laut Rechsteiner legen viele Plakate ihren Fokus auf eine zentrale Aussage. Deshalb beabsichtigte er, daraus auszubrechen. Ob sich die Hoffnung der gewünschten Werbewirkung erfüllen wird, steht in den Sternen. Klar ist aber: Rechsteiner wie Meyerhans sind gespannt darauf, wie Zuschauer darauf reagieren werden.

Dass sich der St. Galler gegen mehrere Mitstreiter durchgesetzt hat, liegt gemäss Meyerhans nicht nur am unkonventionellen Charakter des Sujets. «Es entspricht auch dem Zeitgeist: Zusammen mit der sachlich-schlichten Schrift reduziert sich das Sujet auf ein wesentliches Element der Olma – die landwirtschaftlichen Nutztiere», sagt sie. Als Endprodukt sei das Sujet beides – mutig und überraschend.

Vom Konstrukteur zum Grafiker

Oft erhalten Schüler der Fachklasse Grafik an der Schule für Gestaltung am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum in St. Gallen den Zuschlag fürs Olma-Sujet. Dominic Rechsteiner, gelernter Konstrukteur, besuchte die Fachklasse in St.Gallen nicht. Er hat aber den Vorkurs an dieser Schule absolviert und ging danach für den Studiengang visuelle Kommunikation an die Fachhochschule Basel. Zudem hat er die gestalterische Berufsmittelschule in St.Gallen abgeschlossen.

Zur Olma selber hat Rechsteiner keine spezielle Beziehung. «Als St.Galler ist sie mir natürlich ein Begriff», sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. Ein regelmässiger Besucher sei er aber nicht. Gut möglich, dass sich das in mehr als vier Monaten im Oktober ändern wird.

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