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Das Leiden des Stadtpräsidenten

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Er wusste, dass es keine leichte Aufgabe werden würde. Aber so schwierig hatte er sich das offensichtlich nicht vorgestellt. «Es gab in diesem Jahr Momente, in denen es mir etwas verleidet ist», sagte Thomas Weingart diese Woche in der «Thurgauer Zeitung». Dabei hatte alles so gut begonnen: Im März 2015 wurde Weingart, damals noch SRF-Journalist, zum Stadtpräsidenten von Bischofszell gewählt. Als einziger Kandidat hatte er freie Bahn. Prompt holte er 1350 von 1385 Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 41 Prozent. Das Glanzresultat war allerdings keine Liebesbekundung an Weingart. Der gebürtige Romanshorner ist zwar in Bischofszell aufgewachsen und hat dort seine KV-Lehre gemacht. Die letzten 20 Jahre verbrachte er aber in Gams, St. Gallen, Weinfelden und Boltshausen. Das Wahlresultat war deshalb vielmehr ein Misstrauensvotum an die Adresse der einheimischen Politikergilde. Weingarts Vorgänger Josef Mattle war seit Jahren umstritten, das Rathaus ein Hort der Zwietracht, immer wieder kam es zu abrupten Abgängen und offenen Streitereien. Das Vertrauen der Bischofszeller in ihre Politiker war dahin. Der Parteilose Weingart muss jetzt erfahren, dass man dieses Vertrauen nicht innert einer halben Legislatur wiederherstellen kann. Ein Beispiel war dieses Jahr die Abstimmung über die Haldenstrasse: Weingart hatte viel getan, um die Sanierung der stark beschädigten Strasse durchzubringen. Doch das reicht in Bischofszell nicht. Ein Problem mit einem Gutachten hatte gereicht, und das Geschäft war erledigt. Einfacher wird die Aufgabe kaum. Die 6000-Einwohner-Stadt kämpft nach wie vor mit leeren Kassen, das Budget 2018 weist den höchsten Verlust seit 15 Jahren aus. Für 2019 wird Weingart wohl eine Steuererhöhung beantragen müssen. Der nächste Frust ist damit programmiert. (ar)

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