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Das Kind beim Namen nennen

«Ich spürte diese völlige Leere» Ausgabe vom 12. März
Björn Kersting Apotheker und Coach

Ein dickes Lob für das Interview mit Daniel Göring. Das Thema Depression» wurde prominent platziert, weil ein prominenter Mitbürger sich outete. Gut wurde im Interview dargestellt, dass das Gefühl, sich umbringen zu wollen, einfach kommt, auch wenn man es nicht bewusst will. Denn vergessen Sie nicht: 15 Prozent aller schweren Depressionen enden tödlich!

Was mir allerdings zu wenig betrachtet wird, dass – auch wenn die Lehrmeinungen da auseinandergehen – Burn-out und Depression im Endeffekt dieselben Krankheiten sind. Schaut man sich nur die Symptomatik an, sieht man, wie kongruent sie sind. Das Burn-out ist so gesehen nichts anderes als die gesellschaftlich akzeptierte Form der Depression.

Von daher ist es mutig, das Kind beim Namen zu nennen und die Depression aus der Schmuddelecke zu holen. Denn eines ist zu wenig bekannt: Man fängt an, die Depression als ganzheitliche Krankheit zu sehen. Was auch richtig ist, wenn man sich die gravierenden Stoffwechselveränderungen anschaut, die mit einer Depression proportional zu ihrer Schwere einhergehen.

Schön wäre es, wenn man noch aufklären könnte, dass eine Wahrscheinlichkeit, einen Rückfall zu erleiden, nach einer Episode bei 50 Prozent liegt, nach der zweiten bei 70 und nach der dritten bei 90.

Björn Kersting Apotheker und Coach

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