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«Das ist kein kleines Auto, das da vor sich hintuckert»: Die Kantonspolizei St.Gallen setzt künftig auch auf Elektroautos

Die Kantonspolizei St.Gallen ergänzt ihre Fahrzeugflotte mit 13 Elektroautos. Diese sollen nicht nur zivil gefahren werden, sondern auch bei Patrouillen zum Einsatz kommen. Anders beurteilt die Kantonspolizei Thurgau die Situation.
Laura Widmer
Die Kantonspolizei St.Gallen ist künftig auch mit Elektroautos unterwegs. (Bild: Kapo SG)

Die Kantonspolizei St.Gallen ist künftig auch mit Elektroautos unterwegs. (Bild: Kapo SG)

Die Kantonspolizei St.Gallen geht künftig auch elektrisch auf Verbrecherjagd: Ab heute ergänzen fünf elektrische, voll ausgerüstete Patrouillenautos der Marke Hyundai die Fahrzeugflotte. Viele hätten eine falsche Vorstellung von Elektroautos, sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei.

«Das ist kein kleines Auto, das da vor sich hintuckert. Ich war positiv überrascht von der Leistung und der Geschwindigkeit.»

Konkret: Das neu angeschaffte Auto fährt bis zu 167 km/h schnell.

Zum gleichen Zeitpunkt werden auch acht zivile Polizeiautos der selben Marke eingelöst. In den nächsten eineinhalb Jahren werden rund 15 weitere beschriftete sowie neutrale E-Autos in die Fahrzeugflotte der Kantonspolizei St.Gallen aufgenommen. «Damit folgen wir einer Strategie des Kantons», sagt Krüsi.

In den kommenden Jahren will die Kantonspolizei den Anteil von elektronischen Fahrzeugen auf rund zehn Prozent erhöhen. Wie schnell das gehen werde, sei allerdings eine Budgetfrage, sagt Krüsi. Bereits seit fünf Jahren seien zudem Hybridautos von BMW und Opel im Einsatz.

Hohe Anforderungen der Kantonspolizei

Die Anforderungen der Kantonspolizei waren hoch: Das Auto sollte eine Reichweite von mehr als 400 Kilometer haben, eine Leistung von mehr als 100 Kilowatt aufweisen und dabei unter 50'000 Franken kosten. Evaluiert wurde der Hyundai Kona EV, «das einzige Auto, das zu diesen Konditionen lieferbar war», sagt Krüsi.

Die Polizeigarage arbeitet künftig eng mit Vertretern von Hyundai insbesondere der City-Garage in St.Gallen zusammen. Diese sind im ganzen Kanton St.Gallen verteilt. «Sie können einerseits diese Elektroautos warten und die Mitarbeitenden der Polizeigarage in St.Gallen fachlich unterstützen», sagt Krüsi.

Auch Ladestationen gebe es viele. Der Kanton regle diese gemeinsam mit den St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken (SAK) und habe einige weitere installiert. Kostenpunkt: rund 1000 Franken pro Station.

Besondere Beachtung schenkte die Kantonspolizei auch dem Datenschutz. Im vergangenen Jahr war die Basler Polizei in die Kritik geraten, weil ihre Autos der Marke Tesla vom Hersteller abgehört werden konnten. Tesla-Fahrzeuge hören mit, was im Fahrzeuginnern gesprochen wird – weil sich wichtige Funktionen per Sprache steuern lassen.

Auch bei der Kapo Thurgau im Einsatz

Bei der Kantonspolizei Thurgau sind ebenfalls Elektroautos im Einsatz, allerdings nur im zivilen Dienst und nicht für den Patrouillendienst, wie Mediensprecher Mario Christen sagt. Derzeit seien es fünf Hybrid- oder Elektrofahrzeuge in verschiedenen Abteilungen.

Auch im Thurgau soll der Anteil an Hybrid- und Elektrofahrzeugen im eigenen Fahrzeugpool in Zukunft stetig steigen, wie es die Richtlinien des Kantons Thurgau zur Energieeffizienz fordern. «Hybrid- und Elektrofahrzeuge sind in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken, aber bei der Polizei sind sie nicht überall einsetzbar», sagt Christen. Patrouillenfahrzeuge der Regional- oder Verkehrspolizei müssten andere Kriterien erfüllen als Fahrzeuge anderer Abteilungen innerhalb der Kantonspolizei.

Das Platzangebot spiele eine Rolle, weil bei Patrouillenfahrzeugen die gesamte Polizeitechnik eingebaut und das Einsatzmaterial mitgeführt werden müsse. Christen erklärt:

«Bei Elektro- und Hybridfahrzeugen nehmen die Batterie und die Hybridtechnik in der Regel einiges an Platz weg.»

Am Wichtigsten seien jedoch Sicherheit, Robustheit und Zuverlässigkeit, weshalb für den Patrouillendienst nicht auf Elektrofahrzeuge setze. «Wer ständig unterwegs ist, muss sich in jeder Situation auf sein Fahrzeug verlassen können», sagt Christen.

Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen sieht darin kein Problem. Auch die Batterie sei kein Grund zur Besorgnis – die Schnellladung dauert laut dem Hersteller nur ein bis zwei Stunden. Ein Auto für alle Fälle ist der Hyundai jedoch auch bei der Kapo St.Gallen nicht: Bei Nachteinsätzen auf der Autobahn würden jeweils Hunderte von Kilometern gefahren. «Dort kommen die Elektroautos nicht zum Einsatz», sagt Krüsi.

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