Das Holzfass der Römer aufmachen

Eschenz ist immer wieder für eine archäologische Überraschung gut. Im feuchten Untergrund bleiben selbst Holzgegenstände gut erhalten. Zurzeit bergen die Archäologen Überreste von Holzfässern aus der Römerzeit.

Barbara Hettich
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In der nasskalten Erde kann man die Umrisse gut erkennen. «Das sind alte Holzfässer aus der Römerzeit», bestätigt Thomas Keiser, örtlicher Grabungsleiter in Eschenz. Sorgfältig stabilisiert eine Mitarbeiterin die Fassdauben mit Styropor und Dichtungsschaum.

Die Archäologen wollen die Überreste des Holzfasses möglichst am Stück aus dem Boden bergen. «Dies ist kein alltäglicher Fund», sagt Keiser. Man sei auf acht solcher in Gruben eingelassener Fässer gestossen. Die Anordnung lasse auf eine handwerkliche Verwendung schliessen. Stand hier also vor 2000 Jahren eine Gerberei, Färberei oder Wäscherei? Eine Zuordnung könne man erst machen, wenn man aufschlussreiche Rückstände im Holz finde, sagt Thomas Keiser. Wenn man also das Fass richtig aufmache. Insbesondere hoffe man, Inschriften in einzelnen gut erhaltenen Fassböden oder Deckeln zu finden.

Im September hat das Amt für Archäologie die Ausgrabungsarbeiten in Unter-Eschenz aufgenommen. Die Archäologen wissen von früheren Ausgrabungen, dass ungefähr ab Christi Geburt eine Holzbrücke Unter-Eschenz mit der Insel Werd und weiter auch mit dem gegenüberliegenden Rheinufer von Stein am Rhein verband und dass hier einst die römische Siedlung Vicus Tasgetium stand.

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