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Das Geburtshaus St.Gallen kommt auf die Spitalliste

Die Regierung hat beschlossen, das St.Galler Geburtshaus auf die Spitalliste aufzunehmen. Diesen Entscheid nannten die Initiantinnen von Anfang an existenziell. Am 1. April ist Eröffnung.
Katharina Brenner
Seit 2011 existierte in der Ostschweiz kein Geburtshaus mehr. (Bild: Keystone)

Seit 2011 existierte in der Ostschweiz kein Geburtshaus mehr. (Bild: Keystone)

Es ist die Geburt des St.Galler Geburtshauses: Die St.Galler Regierung hat beschlossen, das Geburtshaus St.Gallen per 1. April 2019 in die Spitalliste Akutsomatik 2017 aufzunehmen. Das teilte die Staatskanzlei am Mittwochmorgen mit.

Damit steht der Eröffnung des Geburtshauses im Osten der Stadt St.Gallen nichts mehr im Weg. Die vier Hebammen aus dem Appenzellerland, die hinter dem Projekt stehen, hatten von Anfang an betont, dass die Aufnahme auf die Spitalliste zwingend sei für das finanzielle Überleben des Geburtshauses. Entsprechend erleichtert zeigen sie sich über den Entscheid der Regierung. Sabine Kurz, eine der Hebammen, sagt:

«Wir sind stolz und froh, dass die Regierung die Bedürfnisse der Frauen anerkennt. Sie haben jetzt eine echte Wahlfreiheit bei der Geburt.»

Die Aufnahme auf die Spitalliste hat finanzielle Vorteile für die Schwangeren. Die St.Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann sagt: «Mit der Aufnahme in die Spitalliste entstehen für die St.Galler Frauen keinerlei zusätzliche Kosten mehr, wenn sie sich entscheiden, im Geburtshaus anstatt in einem Spital zu gebären.»

Steht allen Schwangeren in der Schweiz offen

Was ist mit Frauen aus anderen Kantonen? Mit der Aufnahme in die St.Galler Spitalliste stehe das Geburtshaus St.Gallen grundsätzlich allen schwangeren Frauen in der Schweiz offen.

«Da abgesehen vom Kanton Zürich in keinem der Nachbarkantone ein entsprechendes Angebot existiert, ist die volle Kostendeckung für alle Ostschweizer Frauen garantiert.»

Finanzielle Nachteile könnten sich allenfalls ergeben, wenn Frauen mit ausserkantonalem Wohnsitz notfallmässig vom Geburtshaus in ein St.Galler Akutspital zur Entbindung überwiesen werden müssten.

Die Initiantinnen des Projekts hatten auch in den anderen Ostschweizer Kantonen den Antrag gestellt, auf die Spitalliste aufgenommen zu werden. Appenzell Ausserrhoden wird voraussichtlich bei der generellen Überarbeitung darüber entscheiden, hiess es im Februar auf Anfrage. Im Kanton Appenzell Innerrhoden wisse man noch nicht, wann der Antrag behandelt werde.

Im Thurgau momentan keine Priorität

Im Thurgau hat der Antrag aktuell keine Priorität. Die Stellvertretende Amtschefin des Thurgauer Amts für Gesundheit, Susanna Schuppisser, sagte gegenüber unserer Zeitung:

«Frauen aus dem Thurgau können sich entscheiden, nach St.Gallen zu gehen.»

Die Grundversicherung und der Kanton bezahlen für die Entbindung auch ausserhalb des Wohnkantons. Gebe es dann bei der Geburt aber Komplikationen, könne es sein, dass die zusätzlichen Kosten zu Lasten der Zusatzversicherung oder eben der Frau selber gehen. «Daher sollten sich Schwangere umfassend informieren.»

Seit 2011 existiert in der Ostschweiz kein Geburtshaus mehr. Damals hatte das Geburtshaus Artemis in Steinach aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen. Aus Sicht der Regierung kann mit der Aufnahme auf die Spitalliste «eine Angebotslücke in der stationären ausserklinischen Geburtshilfe für St.Galler Frauen geschlossen werden». Das Geburtshaus sei ein komplementäres Angebot zur Spitalgeburt, «kein Konkurrenz-Angebot».

Mehr Anmeldungen für April als erwartet

Im Geburtshaus können Frauen entbinden und das Wochenbett verbringen – wenn sie möchten mit Partner. Auch Frauen, die im Spital entbinden, können fürs Wochenbett ins Geburtshaus. Für den Monat April haben die Hebammen elf Anmeldungen für Geburten erhalten, meint Sabine Kurz. Das sei «sehr positiv und mehr als erwartet». In ihrem Businessplan seien sie von 80 Geburten im Jahr ausgegangen.

Das Angebot des Geburtshauses richte sich an «gesunde Frauen mit tiefem Risiko für Geburtskomplikationen», sagt Hanselmann. Die fachliche Betreuung sowie die organisatorische Leitung liegen in der Verantwortung von Hebammen. Die Gesundheitsdirektorin hält aber auch fest: «Der ganz grosse Teil der Geburten wird weiterhin in Spitälern erfolgen.»

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