Das Ende der Dickhäuter-Show

Der Circus Knie verzichtet ab 2016 auf eine Elefantennummer in der Manege: Die beiden verbleibenden Zirkuselefanten bleiben ab kommendem Jahr in Rapperswil. Tierschutzorganisationen begrüssen den Entscheid.

Tim Naef
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Den Circus Knie und seine Elefanten verbindet eine lange Tradition: Louis Knie mit dem Elefantenbullen Ma Palai an einer Vorstellung 1962. (Bild: ky/Str)

Den Circus Knie und seine Elefanten verbindet eine lange Tradition: Louis Knie mit dem Elefantenbullen Ma Palai an einer Vorstellung 1962. (Bild: ky/Str)

RAPPERSWIL-JONA. Seit Generationen ist die Elefantennummer einer der Höhepunkte der Circus-Knie-Vorstellung. Damit ist nun Schluss: Wie der Zirkus gestern in einem Communiqué bekanntgab, wird ab 2016 auf die Elefantenaufführung im Programm verzichtet. Der Entscheid diene der Sicherung des Bestandes.

Tod dreier Elefanten

Mit ein Grund dürfte das Ableben dreier Elefantenkühe in den vergangenen zwei Monaten sein. Im Juni starb die 53jährige Sumatra im Kinderzoo in Rapperswil eines natürlichen Todes. Kurz darauf wurden die beiden asiatischen Elefanten Siri und Patma von ihren Altersbeschwerden erlöst. Die 52jährige Siri litt an einem stark wuchernden Gebärmutterkrebs und die 54jährige Patma an einer immer stärker werdenden Niereninsuffizienz. Die heissen Julitage setzten den beiden Elefantendamen zusätzlich zu. Siri und Patma wie auch Sumatra waren seit November 2014 getrennt von den übrigen Tieren und ohne Publikumskontakt gehalten worden.

Fortbestand der Gruppe

Die Elefantengruppe im Kinderzoo bestand danach nur noch aus fünf weiblichen Tieren. Daher hat sich der Verwaltungsrat des Circus Knie entschieden, «im Interesse des Erhaltens einer zuchtfähigen und funktionierenden matriarchalen Gruppe» die beiden Tiere Dehli und Ceylon ab 2016 ebenfalls im Elefantenpark des Kinderzoos Rapperswil zu belassen. Derzeit sind die beiden noch mit dem Circus auf Schweizer Tournée.

Vergangene Woche kam der siebenjährige Bulle Thisiam vom polnischen Zoo Kattowitz nach Rapperswil. Er soll in nächster Zeit für Nachwuchs sorgen und den Fortbestand der Elefanten sichern. Der neue Elefantenpark wurde im März eröffnet. Er bietet den Elefanten ein Gehege auf über 6500 Quadratmetern.

Positive Reaktionen

«Wir begrüssen den Entscheid des Circus Knie», sagt Helen Sandmeier, Mediensprecherin des Schweizer Tierschutzes (STS). «Es wurde zum Wohle der Tiere entschieden.» Die Familie Knie habe die Elefanten aber während der Tournées bestmöglich gehalten. Dies hätten die jährlichen Kontrollen des STS immer wieder gezeigt. Ähnlich reagierte die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» auf den Entscheid.

Wie sie in einer Medienmitteilung schreibt, sei es ein Schritt in die richtige Richtung. Obwohl sich der Circus Knie im Vergleich zu anderen Zirkusunternehmen um hohe Standards für die Tierhaltung bemühe, unterliege auch er den Einschränkungen der Branche. Aus Tierschutzsicht könne ein fahrender Zirkus grundsätzlich nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Tiere eingehen. Deshalb fordert «Vier Pfoten» ein generelles Wildtierverbot in Schweizer Zirkussen sowie in anderen europäischen Ländern. «Wichtig ist, dass die Tiere nicht zu einem späteren Zeitpunkt an einen anderen Zirkus weitervermittelt werden. Das würde den heutigen Entscheid entscheidend relativieren», sagt «Vier Pfoten»-Chefin Julie Stillhart.