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Das Learning Center an der HSG: Ein didaktisches Würfelhaus

Mit dem 50 Millionen Franken teuren Learning Center des Stararchitekten Sou Fujimoto macht sich die HSG auf den Weg zur Universität 4.0.
Christoph Zweili
So soll das fertige Learning Center aussehen. (Visualisierung: Sou Fujimoto Architekten)

So soll das fertige Learning Center aussehen. (Visualisierung: Sou Fujimoto Architekten)

Noch nicht einmal gebaut, hat er bereits eine Postadresse: Der 50-Millionen-Würfelbau des japanischen Stararchitekten Sou Fujimoto. Er lockte am Mittwoch zum Spatenstich Offizielle von Stadt und Kanton, Förderer, Anwohner, Mitarbeitende und Studierende auf die Wiese nahe der HSG-Bibliothek. Noch dieses Jahr soll mit dem Bau des Learning Center der Universität St.Gallen begonnen werden. Eingeweiht wird es im Frühjahrssemester 2022 an der Guisanstrasse 20.

Sou Fujimoto. (Bild: AP)

Sou Fujimoto. (Bild: AP)

Die universitäre Ausbildung ist gefordert: Wissen ist heute dank des Internets frei zugänglich. Vorbei die Zeiten also, in denen Dozierende im Frontalunterricht das Wissen aus ihrem Fachgebiet und die Erkenntnisse ihrer Forschung ausschliesslich in Vorlesungen weiter vermittelten. HSG-Rektor Thomas Bieger und die HSG-Stiftung wollen Dozierende und Studierende daher an der Digitalisierung wachsen lassen.

Ein Neubau für Coaches und Lernende

Mit dem Learning Center als Bühne sollen «höhere Ebenen des Lernens» angesprochen werden, neue didaktische Formen zur Anwendung kommen. Bieger definiert das Center als Ort des Austausches zwischen Lernenden und Forschenden:

«Im Neubau wird es keine Lehrer und Studierenden geben. Es gibt nur Coaches und Lernende.»

Das Learning Center will durch persönliche Interaktion im Zeitalter der Digitalisierung einen Mehrwert schaffen. Die neuen didaktischen Konzepte, die derzeit erprobt werden, sind ausgelegt auf eine Wissensvermittlung ausserhalb der Seminarräume, um mehr Zeit für kritisches Denken und Debatten zu schaffen.

Das ist auch, was sich Florian Wussmann, Präsident der Studentenschaft, für die Studierenden wünscht: «Wir wollen nicht nur reines Faktenwissen vermittelt bekommen. Wir wollen lernen, wie wir in einer immer komplexeren Welt immer komplexere Fragestellungen lösen können.»

Der Spatenstich für «Open Grid», das Learning Center an der HSG, lockte zahlreiche Gäste auf den Baugrund an der Guisanstrasse 20.Der Spatenstich für «Open Grid», das Learning Center an der HSG, lockte zahlreiche Gäste auf den Baugrund an der Guisanstrasse 20.
Für Paul Achleitner, Präsident des HSG Stiftungsrats, zeigt das Learning Center «den Innovationsgeist der Universität St.Gallen».Für Paul Achleitner, Präsident des HSG Stiftungsrats, zeigt das Learning Center «den Innovationsgeist der Universität St.Gallen».
Florian Wussmann, Präsident der Studentenschaft (mit Mikrofon), und HSG-Rektor Thomas Bieger (rechts) bringen den Spatenstich mit der Zukunft des Lernens in Verbindung.Florian Wussmann, Präsident der Studentenschaft (mit Mikrofon), und HSG-Rektor Thomas Bieger (rechts) bringen den Spatenstich mit der Zukunft des Lernens in Verbindung.
Choreografie mit Studierenden und Mitarbeitenden auf dem Baugelände.Choreografie mit Studierenden und Mitarbeitenden auf dem Baugelände.
Der Spatenstich ist gemacht: Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau des Learning Centers begonnen werden.Der Spatenstich ist gemacht: Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau des Learning Centers begonnen werden.
5 Bilder

Baubeginn für das Learning Center an der HSG

Es ist der dritte Baustil auf dem Rosenberg: Auf den historischen Campus mit dem kompromisslosen Brutalismus-Architekturstil der Rosenberg-Architekten Walter M. Förderer, Rolf Otto und Hans Zwimpfer (Hauptgebäude, 1963) folgte der postmoderne Klassizismus von Bruno Gerosa (Bibliothek und Weiterbildungszentrum, 1989 und 1995). Und nun setzen dem Sou Fujimoto Architekten aus Tokyo mit «Open Grid, Choices of tomorrow» ihre Form japanischer Leichtigkeit entgegen.

Das Projekt mit einer Geschossfläche von rund 7000 Quadratmetern sieht eine Struktur aus mehreren Würfeln auf einem Raster (Grid) vor. Innen- und Aussenraum werden durch Glaselemente verbunden. Fujimoto will die Struktur des Gebäudes so anlegen, dass es nach aussen auf die Kleinteiligkeit des nahen Wohnquartiers Rücksicht nimmt. Gleichzeitig sollen die Räumlichkeiten den didaktischen Bedürfnissen entsprechend verändert werden können.

Die HSG Stiftung finanziert den Bau vollumfänglich über Schenkungen. Für die Erstellung und die Ausstattung wurden bisher 50 Millionen Franken gesammelt. Um im Gebäude das didaktische Programm einführen zu können, geht die Stiftung in den Folgejahren von weiteren zehn Millionen Franken aus. Gesamthaft zielt die Spendeninitiative daher auf einen Beitrag von rund 60 Millionen Franken. Präsident Paul Achleitner kündigte daher den Gästen an, man werde wieder anklopfen.

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