Das Corona-Virus turnt mit: Trotz Absagen von diversen Veranstaltungen gibt es nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner

In Ostschweizer Freizeiteinrichtungen schwanken die Besucherzahlen aufgrund des Corona-Virus.

Lea Köppel
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Trotz Corona-Virus toben sich die Kinder in der Turnfabrik Frauenfeld weiterhin aus.

Trotz Corona-Virus toben sich die Kinder in der Turnfabrik Frauenfeld weiterhin aus.

Bild: Reto Martin

Konzerte, Events, Messen, Versammlungen: Es hagelt Absagen. Das Corona-Virus lähmt die Welt. Zum Schutz vor einer Ansteckung werden viele Veranstaltungen abgesagt. Unter anderem soll Abstand gehalten werden. Massenansammlungen seien zu vermeiden. Dies hat auch in der Ostschweiz Folgen für Anbieter von Freizeitaktivitäten. Hier gibt es nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner.

Im Säntispark in Abtwil beobachten die Verantwortlichen einen leichten Besucherrückgang im Badbereich. In den Spielanlagen sei die Besucherzahl im Vergleich zu vorherigen Jahren gleichgeblieben. Dieser Zustand könne jedoch auch wetterbedingt sein, sagt Andreas Bühler, Kommunikationsleiter der Genossenschaft Migros Ostschweiz. Insgesamt würden sowohl bei den Mitarbeitern als auch Besuchern die Empfehlungen und Vorgaben der Behörden umgesetzt.

Besucher müssen sich in Listen eintragen

Ähnlich beim Indoor-Spielplatz Fägnäscht in Rorschach: Hier gehen seit einer Woche die Besucherzahlen zurück – an den Wochentagen stärker als an den Wochenenden. Yumiko Lohri, Geschäftsleiterin des Indoor-Spielplatzes, informiert sich täglich auf der Website des Bundesamts für Gesundheit (BAG) – die Weisungen sind klar. Sie halte sich zudem an die von Gastro St. Gallen empfohlenen Massnahmen. Diese beantworten unter anderem arbeitsrechtliche Fragen zu Epidemie- und Pandemiefällen.

Keinen Besucherrückgang registrieren die Verantwortlichen in der Turnfabrik in Frauenfeld. Jeannine Küenzle von der Turnfabrik sagt, dass alle Anlässe und Angebote durchgeführt werden, dafür sei gesorgt.

«Die Bewilligungen wurden beim Kanton eingeholt – dieser fordert weiterhin, dass sich Besucher in Listen eintragen.»

Im Sportzentrum Herisau nutzen noch gleich viele Sportbegeisterte die Angebote. Fredy Bechtiger, Geschäftsführer des Sportzentrums, sagt, dass sie die vom Kanton und des BAG erlassenen Vorschriften und Weisungen einhalten. Bechtiger fügt hinzu:

«Wegen einer kleinen Schnudernase brechen wir nicht gleich in Panik aus.»

Die Mitarbeitenden seien klar instruiert worden und würden auf Hinweise achten. Bechtiger sagt, dass zudem vor allem die Älteren gefährdet sind, bei ihnen jedoch mehrheitlich junge Sportler trainieren. Das Risiko angesteckt zu werden, sei deswegen gering.

Alles andere als einen Besucherrückgang gibt es derweil im Freizeitpark «Spielschüür» in Niederbüren – sie profitiert sogar von dem bis kommenden Sonntag geltenden Veranstaltungsverbot. Geschäftsführer Armin Egger erklärt:

«Durch die vielen Absagen von diversen Veranstaltungen verzeichnen wir eher einen Zuwachs der Besucherzahlen.»

Egger fügt hinzu, dass zu diesem Zeitpunkt abgesehen von den Infoplakaten weitere Massnahmen nicht nötig seien – er stehe mit den kantonalen Behörden laufend in Kontakt.

«Durch die verschiedenen Spiel-Bereiche verteilen sich die Besucher in der ganzen Anlage, sodass es zu keiner Massenansammlung kommt», sagt Egger. Zudem wurde eine Informationssitzung mit den Mitarbeitenden abgehalten. Sie wurden darüber informiert, wie sie sich in der aktuellen Lage am Arbeitsplatz verhalten sollen.

Sogar Bowlingkugeln werden desinfiziert

In Ostschweizer Bowling Centern wird bestätigt, dass viele Firmenanlässe abgesagt werden. Man wolle sich nicht gegenseitig anstecken, sagt Ramona Devenoges, Mitarbeiterin der Starbowling AG in Goldach. In ihrem Bowlingcenter habe man zusätzlich Desinfektionstücher für die Kugeln bereitgestellt.

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