Ostschweizer Spitäler: Das Babyphone ersetzt den Notruf

In der Neujahrsnacht kam es in zahlreichen Schweizer Spitälern zu einem Ausfall des Patientenrufsystems. Die Störung konnte in der Ostschweiz noch nicht überall behoben werden.

Alexandra Nagel
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Ein Softwarefehler störte das Notrufsystem. Einige Spitäler sind immer noch vom Ausfall betroffen. (Bild: Boris Bürgisser)

Ein Softwarefehler störte das Notrufsystem. Einige Spitäler sind immer noch vom Ausfall betroffen. (Bild: Boris Bürgisser)

Während Montagnacht ein Grossteil der Schweizer und Schweizerinnen ins neue Jahr feierte, stellten sich viele Schweizer Spitäler einer besonderen Herausforderung. Dort stieg das Patientenrufsystem kurz nach Mitternacht aus. Auch in der Ostschweiz hatten einige Spitäler mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Grund dafür war ein Fehler im System. Bis heute konnte das Problem noch nicht in allen Spitälern behoben werden. Zu Zwischenfällen sei es aber nicht gekommen.

In der Spitalregion Rheintal Walenstadt Sarganserland waren zunächst alle drei Spitäler Walenstadt, Grabs und Altstätten betroffen. In Altstätten und Walenstadt bestehen inzwischen keine nennenswerten Störungen mehr. In Grabs besteht die Störung weiterhin. Es sei aber kein Totalausfall, sagt Katrin Krause, Abteilung Kommunikation der Spitalregion RWS. Drückt ein Patient den Notfallknopf, wird dieser weiterhin an der Anzeige vor dem Raum signalisiert. Ausgefallen sind die Ton- und Leuchtfunktion auf den Gängen und die Übermittlung auf das Telefon der Pflegedienstleistenden. Je nach krankheitsbedingtem Zustand der Patienten im Spital Grabs wurden unterschiedliche Massnahmen getroffen. Auf den Stationen wurden etwa Babyphones und Handglocken verteilt, mit denen die Patienten Hilfe anfordern können.

«Keine Einschränkungen für Patienten»

«Es ist durch die Störung zu keinen Zwischenfällen gekommen», sagt Krause. «Durch unsere umgehenden internen Massnahmen gab es keine Einschränkungen für die Patienten.» Sie versichert: «Alle anderen technischen Systeme im Spital Grabs funktionieren einwandfrei.»

Ferner waren die Spitäler in Rorschach und Flawil betroffen. Das Problem wurde dort mittlerweile behoben. Im Spital in St. Gallen kam es zu keinen Ausfällen. Dort arbeite man mit einem anderen System. In Wattwil meldete man ebenfalls einen Software-Fehler. Laut Claudia Wussow, Leiterin des Qualitätsmanagements, sei der Fehler auch hier mehrheitlich behoben.

Schweizweit sind offenbar auch Alters- und Behindertenheime von dem Ausfall betroffen.