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Weshalb das Abhängen auf dem Zeltplatz am Open Air St.Gallen Tradition hat

Wohl an keinem anderen Festival hat der Zeltplatz eine so grosse Bedeutung wie am Open Air St.Gallen. Das sind die Gründe dafür.
Christof Krapf
Chillfaktor 10 von 10: Das Relaxen auf dem Zeltplatz ist beim Open Air mindestens so wichtig wie das musikalische Programm. (Bild: Ralph Ribi)

Chillfaktor 10 von 10: Das Relaxen auf dem Zeltplatz ist beim Open Air mindestens so wichtig wie das musikalische Programm. (Bild: Ralph Ribi)

Zelt, Blache, Campingstuhl und Pavillon. Das braucht der Besucher des Open Air St.Gallen. Versucht man das einem Auswärtigen zu erklären, stösst man oft auf Unverständnis. Nach dem Motto: «Man braucht keinen bequemen Zeltplatz. Das Festivalleben spielt sich doch vor den Bühnen ab.»

Falsch gedacht: Dieses Motto mag vielleicht für so manches Festival gelten - im Sittertobel sind die Regeln anders. An kaum einem anderen Open Air in der Schweiz ist der Zeltplatz so wichtig wie in St.Gallen. Während das Festivalcamping an anderen Orten strikt reglementiert ist, beispielsweise mit einem Pavillon- und Feuerverbot, sind die Restriktionen im Sittertobel weniger streng. Hinzu kommt, dass an den meisten Open Airs Campingplatz und Konzertgelände getrennt sind. Hier schläft man, da spielt die Musik, da feiert man, da geht die Post ab. In St.Gallen vereinigen sich diese Welten zu einem grossen Ganzen.

(Bild: Ralph Ribi)
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Die Behausungen am St.Galler Open Air

So verwundert es nicht, dass einen beim Rundgang durch die Zeltstadt am Open Air der Geruch von Rauch und Grillfleisch auf Schritt und Tritt begleitet, während im Hintergrund die Basstrommel des ersten Soundchecks des Tages dröhnt. Grilliert wird oftmals in einer feinsäuberlich ausgehobenen Feuergrube. Der vorbereitete Festivalfan bringt natürlich einen Spaten mit.

Einen Jass auf der Kühlbox klopfen

Es ist kurz nach dem Mittag, die meisten Besucherinnen und Besucher dösen in ihren Campingstühlen unter dem Pavillon, trinken das erste oder zweite Bier des Tages, plaudern, rauchen oder liegen schlafend im Stroh. Letzteres ist am St.Galler Open Air, an dem es jedes Jahr zuverlässig mindestens einmal regnet, unerlässlich.

Vier junge Männer aus St.Gallen haben ihre Campingstühle rund um eine Kühlbox platziert und jassen. «Wir hängen gerne an unserem Platz und verpassen meistens die Hälfte der Bands, die zu sehen wir uns vorgenommen haben», sagt der eine. Nach Hause zu gehen, etwa um zu duschen, kommt für diese Gruppe nicht in Frage. Ein Bad in der Sitter, eine Katzenwäsche hie und da - das muss reichen. «Es ist halt Open Air. Mit Freunde rumhängen, eine gute Zeit haben, vier Tage lang den Alltagsstress vergessen. Mehr will ich nicht», meint ein anderer und knallt den Trumpfbauer auf die Kühlbox.

Der Kreativität der Zeltbauten sind im Sittertobel keine Grenzen gesetzt. Ein paar junge Männer haben extra eine Bar aufgebaut und schenken süsse alkoholhaltige Shots aus. Das Gesöff ist warm und klebrig. Trockeneis - früher der Trick 77 für kaltes Bier - ist seit einigen Jahren verboten. Der Stimmung tut das keinen Abbruch.

Auf der Liste der «lebendigen Traditionen»

Mit Töpfen und Pfannen bewaffnet wagen sich nur noch die wenigsten ins Sittertobel. Wer hat schon den Nerv, am Open Air eine Pasta oder ein Risotto zu kochen? Eben. Die Grillwurst ist hier König. Dicht gefolgt von Ravioli aus der Dose. Diese, so erklärt es eine junge Festivalbesucherin, könne man ja zur Not auch kalt direkt aus der Dose essen.

Die junge Frau ist mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Kanton Thurgau angereist und besucht ihr erstes Open Air. Gepäck und Zelte haben sie in einer grünen Tonne verpackt, in die normalerweise Gartenabfälle kommen. «Dass ein gut eingerichteter Platz wichtig ist, weiss ich von meinen älteren Geschwistern», sagt sie und streicht Zahnpasta auf ihre Zahnbürste. Ordnung muss auch im Tobel sein. Zumindest ein bisschen.

Der Bund zählt die Schweizer Open Airs zu den «lebendigen Traditionen» - auf der gleichen Liste finden sich auch Fondue, Schwingen oder das Eidgenössische Feldschiessen.

Für die Zeit des Aufenthaltes verlässt man das Festivalgelände in der Regel nicht. Die Besucherinnen und Besucher bringen alles Nötige mit. Sie übernachten in Zelten, doch geschlafen wird dabei nur wenig. Die Open-Air-Festivals sind riesige mehrtägige Partys und für viele junge Menschen prägende Erlebnisse.

So begründet das Bundesamt für Kultur den Platz der Open Airs auf der Liste. Das Open Air St.Gallen hat das Label der «lebendigen Tradition» ganz bestimmt verdient. Prägende Erlebnisse hat wohl jeder zu erzählen, der das Sittertobel einmal besucht hat. Zwei Stadtpolizisten lassen zudem durchblicken, dass das Open Air für seine Grösse und den Alkoholkonsum der Besucherinnen und Besucher sehr friedlich abläuft. Toleranz und ein friedliches Fest gibt es also im Sittertobel. Diese Stimmung macht das Open Air zu einer «lebendigen Tradition», die gerne weitergehen darf.

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