«Dann müsste kaum jemand in Quarantäne»: Die Kantone St.Gallen und Thurgau erwägen Maskenpflicht an Ostschweizer Schulen

Müssen St.Galler und Thurgauer Kanti- und Berufsschüler nach den Ferien mit Schutzmaske zur Schule? Was die Bildungsdepartemente zum Thema Maskenpflicht sagen.

Adrian Vögele
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Müssen nach den Ferien auch Schüler eine Maske tragen? Über diese Frage wird schweizweit intensiv diskutiert.

Müssen nach den Ferien auch Schüler eine Maske tragen? Über diese Frage wird schweizweit intensiv diskutiert.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Schutzmasken im Schulzimmer: Über diese Massnahme wird in der ganzen Schweiz intensiv diskutiert. Auch die Ostschweizer Kantone prüfen gemäss einem Bericht von SRF eine Maskenpflicht an Schulen – mit Ausnahme des Kantons Appenzell Innerrhoden.

Der Kanton St.Gallen bestätigt auf Anfrage, dass er eine Schutzmaskenvorschrift für Schüler und Lehrpersonen in Erwägung zieht – und zwar für die Mittel- und Berufsfachschulen (Sekundarstufe II) sowie für die Oberstufe der Volksschule (Sekundarstufe I).

«Eine Maskenpflicht in der Unterstufe der Volksschule ist hingegen derzeit kein Szenario, da sich Kinder erwiesenermassen seltener anstecken beziehungsweise meist von Erwachsenen angesteckt werden.»

Diese Regelung decke sich auch mit der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, die erst ab einem Alter von zwölf Jahren gelte.

Schulstart im Vollbetrieb steht fest

Wann entscheidet nun der Kanton, ob die Maskenpflicht kommt oder nicht? «Ein fixes Datum existiert nicht – wir verfolgen die Lage und entscheiden aufgrund deren Entwicklung», lautet die Antwort. Es werde aber mit genügend Vorlauf entschieden und kommuniziert.

Für eine Maskenpflicht spricht laut Kanton die Tatsache, dass man bei Auftreten von Einzelfällen keinen grossen Aufwand beim Contact-Tracing hätte und kaum jemand in Quarantäne müsste. «Dagegen spricht, dass Menschen unter 50 Jahren und erst recht unter 20 Jahren sehr selten schwere Verläufe haben»–der Aufwand einer Maskenpflicht müsse dazu in Relation gesetzt werden. Sicher sei: Der Schulstart werde im Vollbetrieb durchgeführt, mit den Schutzkonzepten.

Haben die Schulen gewissen Freiheiten beim Umgang mit den Schutzmassnahmen? Die Schulen der Sekundarstufe II seien an die kantonalen Weisungen gebunden, hält das Bildungsdepartement fest. Für die Volksschule können die Gemeinden lediglich strengere, nicht aber lockerere Massnahmen vorsehen, wenn sie dies wollen.

Auch der Thurgau schliesst Maskenpflicht nicht aus

Das Thurgauer Amt für Volksschule geht bislang ebenfalls davon aus, dass der Präsenzunterricht nach den Ferien wie geplant wieder starten kann. Falls die Fallzahlen anhaltend ansteigen sollten, sei aber nicht auszuschliessen, dass der Kanton im Verlauf des kommenden Semesters eine Maskenpflicht anordnen müsse, heisst es in einem Informationsschreiben vom 8.Juli. Betroffen wären auch hier die Kantonsschulen und Berufsschulen (Sekundarstufe II), allenfalls auch die Oberstufe (Sekundarstufe I). Der Kanton will die Schulen bei der Beschaffung von Hygienemasken «mit einem entsprechenden Angebot unterstützen». Als letzte durch den Kanton angeordnete Massnahme sei die Schliessung einzelner Klassen oder ganzer Schuleinheiten möglich. «In diesem Fall erfolgt Fernunterricht.»

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