Daniel Model zieht nach Liechtenstein

Der Thurgauer Unternehmer Daniel Model wohnt nicht mehr in der Schweiz, sondern im Fürstentum Liechtenstein: Er ist von Salenstein nach Vaduz umgezogen. Nachdem die Kinder weg waren, sei ihnen das Haus zu gross geworden, schreibt Model auf Anfrage.

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Daniel Model CEO Model Gruppe (Bild: Reto Martin)

Daniel Model CEO Model Gruppe (Bild: Reto Martin)

Der Thurgauer Unternehmer Daniel Model wohnt nicht mehr in der Schweiz, sondern im Fürstentum Liechtenstein: Er ist von Salenstein nach Vaduz umgezogen. Nachdem die Kinder weg waren, sei ihnen das Haus zu gross geworden, schreibt Model auf Anfrage. «Meine Frau und ich wollten einen neuen Lebensabschnitt planen.» Das Paar suchte eine passende Bleibe und entschied sich für Vaduz. Dort habe man bereits Freunde. Mit Model verliert der Thurgau einen Steuerzahler, dessen Vermögen auf 200 bis 300 Millionen Franken geschätzt wird.

Model wäre nicht er selbst, wenn er seinen Umzug nicht mit einer Staatskritik verbinden würde. Da er in Vaduz pauschal besteuert werde, brauche er jetzt nicht mehr eine Woche, um seine Steuererklärung auszufüllen, schreibt er. Und: Er sei auch nach Liechtenstein gezogen, weil er dadurch «dem Ausmass der Versklavung als Staatsbürger eine Grenze setzen konnte». Model hat nie einen Hehl aus seinem Unbehagen am politischen System gemacht. 2006 rief er seinen eigenen Staat aus; 2012 wurde in Müllheim der Modelhof als Regierungssitz eröffnet.

Der Wegzug Models habe ihn überrascht, sagt Finanzdirektor Bernhard Koch. «Ich bedauere es.» Gespräche mit der Steuerverwaltung gab es laut Koch nicht. «Er hat nicht versucht, etwas auszuhandeln.» Das sei auch nicht möglich. «Wir haben klare Regeln.» Eine Pauschalbesteuerung gibt es nur für Ausländer. Wichtig ist für Koch, dass Models Verpackungsfirma in Weinfelden bleibt. «Ich bin sehr erleichtert, dass die Arbeitsplätze im Thurgau erhalten bleiben.» Den Modelhof mit seinen politischen Vorträgen und kulturellen Angeboten wird Model weiterführen; er sei «zum Begegnungsort der Familie geworden». Dieses Jahr seien etwa 20 öffentliche Kulturanlässe geplant. (san)