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Cyber-Mobbing: Weniger, aber härtere Gewalt an Liechtensteiner Schulen

Auch an liechtensteinischen Schulen kommt Cybermobbing vor. Die Regierung will in Zukunft noch mehr auf Prävention setzen. Ebenso bei den anderen Formen von Gewaltanwendung unter Schülern.
Günther Meier
(Bild: Donato Caspari)

(Bild: Donato Caspari)

Das Problem Cybermobbing hat vor den Grenzen Liechtensteins nicht Halt gemacht: Gemäss Schätzungen von Schulsozialarbeitern ereigneten sich in den vergangenen Jahren jeweils etwa fünf bis acht Fälle in den oberen Klassen der Schulen. Allerdings handelt es sich bei diesen Zahlen nur um bekannt gewordene Fälle, die Massnahmen nach sich zogen. Eine Befragung unter Schülern zum Thema Cybermobbing zeigt jedoch, dass es eine Dunkelziffer gibt. 13 Prozent der Schüler gaben an, mindestens einmal Opfer solcher Attacken geworden zu sein, zwei Prozent sogar schon «mehrmals». Etwas mehr als die Hälfte der Fälle passierten in der Freizeit, knapp die Hälfte während der Schulzeit oder auf dem Schulweg. In den meisten Fällen war die Täterschaft dem Opfer bekannt. Laut den Aussagen der Schüler handelt es sich beim ­Cybermobbing um wiederholte Attacken durch beleidigend und verletzend wirkende Nachrichten über die bekannten sozialen Netzwerke.

Hohe Hemmschwelle bis zur Anzeige

Aus diesen Aussagen geht hervor, dass die Zahl der Übergriffe relativ hoch sein muss, denn bis zum vertraulichen Einbezug einer ­anderen Person gibt es eine ziemlich hohe Schmerzgrenze. Die Schulsozialarbeit hatte sich in den vergangenen Jahren regelmässig mit dem Problem Cybermobbing zu beschäftigen, stellt aber eine Abnahme der Fälle fest, was entweder einem realen Rückgang der Mobbingfälle oder aber einer Erhöhung der Hemmschwelle zu einer Anzeige entsprechen kann. Die Regierung hält dazu in einem Bericht fest, ­es gebe Hinweise, dass Gewalt­anwendungen an den Schulen zahlenmässig zwar abgenommen hätten, in Einzelfällen jedoch die Härte der Gewalt zugenommen habe.

Bei den Massnahmen gegen Cypermobbing und generell ­Gewalt an den Schulen setzt die ­Regierung in erster Linie auf ­Prävention. Lösungsorientiertes Arbeiten mit den Betroffenen stehe in den Schulen im Vordergrund, was aber nicht bedeute, dass vollständig auf Strafen verzichtet werde. Bei den direkten Gesprächen mit Opfern und Tätern gehe es darum, Beharrlichkeit bei der Aufarbeitung an den Tag zu legen, Versöhnungsgesten einzufordern und Vereinbarungen zu treffen, die anschliessend überprüft würden. Unter den Strafmassnahmen, die bei gravierenden Fällen zur Anwendung kommen, befinden sich die befristete Suspendierung vom Unterricht oder die Eingliederung in eine Time-out-Schule. Bei den Strafen ist laut Regierung das Abwägen der Erfolgsaussichten notwendig, damit die Bestrafung nicht einen kontraproduktiven Effekt auslöse: Es könnten Gefühle wie Hass oder Rache ­geschürt werden sowie eine Verlagerung der negativen Handlungsweisen ins Versteckte.

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