Schweiz verpasst beim Nationenpreis am CSIO den Sieg im Stechen +++ Reiter erleidet Schulterbruch, ist aber aus Spital entlassen

Die Schweizer Equipe muss weiterhin auf den ersten Nationenpreis-Sieg im eigenen Land seit 19 Jahren warten. Steve Guerdat scheitert im Stechen, so dass wie im Vorjahr Frankreich am CSIO St.Gallen jubelt. Für bange Momente sorgte ein Reitunfall am Sonntag: Stephan de Freitas Barcha wurde mit einem einfachen Schulterbruch wieder aus dem Spital entlassen.

Peter Wyrsch
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Steve Guerdat (links) und Martin Fuchs auf Chaplin nach dem Nationenpreis in St. Gallen, den die Schweiz als Dritte beendet. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Steve Guerdat (links) und Martin Fuchs auf Chaplin nach dem Nationenpreis in St. Gallen, den die Schweiz als Dritte beendet. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Nach je zwei Umgängen jedes Equipenreiters totalisierten Frankreich, Italien und die Schweiz je vier Punkte. Ein Stechen musste am Sonntag also entscheiden. Der letzte Wettkampftag brachte auch noch einen Schreckensmoment mit sich. Beim zweiten Umlauf des Nationenpreises stürzte ein Reiter und musste durch Rettungssanitäter betreut werden. Wie das CSIO am Montag mitteilt, sei der brasilianische Springreiter Stephan de Freitas Barcha noch am selben Abend wieder aus dem Spital entlassen worden. Die Diagnose: Ein einfacher Bruch im Schulterbereich. Laut Mitteilung ist das Pferd unverletzt geblieben.

Für das Stechen durfte jedes Team einen Reiter stellen. Die Einheimischen vertrauten dem Weltranglistenersten Steve Guerdat mit Bianca. Der sonst äusserst nervenstarke Jurassier scheiterte mit seiner Schweden-Stute am Einsprung in die Zweierkombination.

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Da sowohl Guillaume Foutrier für Frankreich als auch Giulia Martinengo Marquet fehlerlos über die sieben Barragesprünge blieben, musste die Zeit über den Triumph entscheiden. Die Equipe Tricolore feierte den 16. Nationenpreis-Erfolg in St. Gallen mit einem Vorsprung von 45 Hundertstel vor Italien, dem Sieger des Mannschaftsspringen vor zwei Jahren. Der Schweiz blieb trotz ansprechenden Leistungen aller vier Teamreiter nur der enttäuschende dritte Rang. Der Favorit muss den angestrebten Nationenpreissieg weiter vertagen. Vielleicht klappt es 2020 am 24. Mai. Der CSIO St. Gallen wird im nächsten Jahr um eine Woche vorverschoben, damit man nicht vom CHIO Aachen konkurrenziert wird.

Die Schweizer Enttäuschung

Die tolle Stimmung im Gründenmoos war nach dem verletzungsbedingten 20-minütigen Unterbruch nach dem Sturz des Brasilianers Stephan de Freitas Barcha und vor der Entscheidung zwar etwas gewichen. Die sportliche Spannung war aber intakt. GP-Sieger Guerdat musste als erster Reiter in die Barrage. Er hatte den Vorteil, dass seine Bianca nur einen Parcours in den Beinen hatte. Der dreifache Weltcupsieger verzichtete nach einem beeindruckenden Blankoritt im ersten Durchgang auf eine zweite Runde, da seine Kollegen zuvor alle fehlerlos ins Ziel gekommen waren.

Besonders der Luzerner Paul Estermann vermochte mit Lord Pepsi zu überzeugen. Er war einer der sechs Reiter, die zweimal makellos sämtliche Klippen übersprungen hatten und sich die Zusatzprämie von 50000 Euro teilen durften. Martin Fuchs eröffnete mit Chaplin den Nationenpreis und verschätzte sich bei der Hauptfehlerquelle, dem Einsprung in die Zweierkombination vor dem Zelt des Uhren-Titelsponsors. «Ich hätte Chaplin etwas zurückhalten sollen. Der Fehler ärgert mich», meinte der WM-und Weltcupzweite.

Ein enttäuschter Equipenchef und ein Unfall

Auch der Luzerner Niklaus Rutschi beklagte im ersten Umgang mit dem Inländer Cardano einen Abwurf. Der Reiter aus Alberswil, der seine EM-Ambitionen beim Nationenpreis-Auftakt in La Baule mit zwei Blankoritten angemeldet hatte, scheiterte am mittleren Sprung in der Dreierkombination. Das Fazit von Equipenchef Andy Kistler: «Wir sind schon enttäuscht, dass wir den angestrebten Erfolg nicht realisieren konnten. Aber ich kann keinem Paar einen Vorwurf machen. Mit total vier Punkten aus zwei Umgängen hat man schon einige Nationenpreise gewonnen.»

Mit dem Krankenwagen wurde der verunfallte Reiter in ein Spital gebracht (Bild: Leserreporter)

Mit dem Krankenwagen wurde der verunfallte Reiter in ein Spital gebracht (Bild: Leserreporter)

Grosses Glück war dem gestürzten Brasilianer Stephan de Freitas beschieden. Dabei sah sein Sturz am letzten Hindernis der Dreierkombination schlimm aus. Der Reiter wurde vom Pferd am Kopf und an der Schulter getroffen, blieb minutenlang liegen und musste stabilisiert werden. «Er war aber stets bei Bewusstsein und ansprechbar», sagte FEI-Sportdirektor John Roche. «Zur Beobachtung und Abklärung wurde er mit der Ambulanz ins Spital gefahren. Er hatte Glück im Unglück.»

Roman Gasser, Medienchef des CSIO, sagte über den Reitunfall am Sonntagabend:

«Stephan de Freitas Barcha war stets bei Bewusstsein, ansprechbar und wurde zur Sicherheit für weitere Untersuchungen ins Spital gebracht.»
Der verletzte Reiter wird betreut. (Bild: Leserreporter)

Der verletzte Reiter wird betreut. (Bild: Leserreporter)

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