Covid-19
Von 24.50 auf 40 Franken: Thurgauer Regierungsrat erhöht den Tarif für die Covid-19-Impfung

Die bundesweit geltenden Abgeltungen für eine Impfung seien aufgrund der Erfahrungen der letzten drei Monate nicht kostendeckend. Deshalb hat der Kanton Thurgau entschieden, den Tarif zu erhöhen. Auch um eine möglichst rasche Durchimpfung zu ermöglichen.

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Der Kanton Thurgau erhöht den Tarif für eine Covid-19-Impfung – auch hier auf dem Schiff werden Impfungen verabreicht.

Der Kanton Thurgau erhöht den Tarif für eine Covid-19-Impfung – auch hier auf dem Schiff werden Impfungen verabreicht.

Bild: Donato Caspari

(pd) Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat entschieden, dass Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker ab sofort einen Tarif von 40 statt 24,50 Franken pro Covid-19-Impfung erhalten, heisst es in einer Mitteilung. Der Betrag orientiere sich an den Erfahrungen in den kantonalen Impfzentren. Der neue Tarif gelte bis am 31. August, dann werde die Situation neu beurteilt.

Aktuell werden im Kanton Thurgau gegen Covid-19 die mRNA-Impfstoffe von Pfize/BioNTech und Moderna geimpft. Wegen der anspruchsvollen Handhabung und Lagerbedingungen des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech wird dieser in den kantonalen Impfzentren verabreicht. Der Impfstoff von Moderna wird teilweise auch in kantonalen Arztpraxen geimpft. In den kommenden Wochen und Monaten dürften weitere Impfstoffe zugelassen werden, die sich zur Impfung in Arztpraxen und Apotheken eignen.

Nach bisheriger Regelung des Bundes erhalten die Arztpraxen vom 1. Januar 2021 bis am 30. Juni 2021 eine Abgeltung von 24,50 Franken pro Impfung, ab dem 1. Juli 2021 beträgt die Abgeltung 16,50 Franken pro Impfung. Darin sind alle Grundleistungen im Zusammenhang mit der Impfung abgegolten. Diese umfassen:

  • die Information zur Impfung
  • die Überprüfung des Impfstatus
  • Impfanamnese und Kontraindikationen
  • die Einholung des Einverständnisses
  • die Verabreichung der Impfung
  • die Ausstellung der Impfbescheinigung und die Dokumentation

Impfungen immer mehr in Arztpraxen und Apotheken

Mit zunehmender Durchimpfungsrate sollen die Impfzentren durch die dezentralen Arztpraxen und Apotheken abgelöst werden. Dies auch aus dem Grund, dass aufgrund potenzieller Virusmutationen in den kommenden Jahren Nachimpfungen erforderlich sein werden und der Kanton nicht jahrelang Impfzentren betreiben möchte. Die bundesweit geltenden pauschalen Abgeltungen sind indes nicht kostendeckend. Dies stehe einer möglichst raschen Durchimpfung entgegen.

Die Kosten einer Impfung in den kantonalen Impfzentren belaufen sich auf Basis der letzten drei Monate auf rund 40 Franken. Für den Kanton ist es also unerheblich, ob er die Auffinanzierung an die Impfzentren oder an impfende Ärztinnen, Ärzte oder Apotheken entrichtet. Im Sinne der Gleichbehandlung aller Impfenden habe der Regierungsrat entschieden, dass künftig auch Ärztinnen, Ärzte und Apotheken insgesamt 40 Franken pro Impfung erhalten. Der neue Tarif gelte vom 20. April bis 31. August 2021 und gehe zulasten der Covid-19-Kredite. Die Situation wird im Sommer neu beurteilt. Dann sollte auch klar sein, wann wieder zu impfen ist, wie gross die Impfbereitschaft ist und wie gross die Unterstützung von impfenden Ärztinnen, Ärzten und Apotheken ist.