Coronavirus
Kanton St.Gallen schliesst die Skigebiete ab 22. Dezember, Fernunterricht für Mittelschulen – das hat der Regierungsrat beschlossen

Nachdem der Bund am Freitag weitere Corona-Massnahmen ergriffen hat, hat am Samstag nun auch der Kanton St.Gallen informiert. Aufgrund der Lage sieht sich die Regierung gezwungen die Skigebiete zu schliessen und auf der Sekundarstufe II auf Fernunterricht zu setzen.

Tim Naef
Drucken
Teilen
Der St.Galler Gesundheitsdirektor Bruno Damann und Regierungsrat Stefan Kölliker informierten die Bevölkerung am Samstagmittag mittels Pressekonferenz.

Der St.Galler Gesundheitsdirektor Bruno Damann und Regierungsrat Stefan Kölliker informierten die Bevölkerung am Samstagmittag mittels Pressekonferenz.

Bild: Michel Canonica

«Feiern Sie Weihnachten dieses Jahr anders», appellierte der St.Galler Gesundheitsdirektor, Bruno Damann, am Samstagmittag an einer Pressekonferenz, um anschliessend die Entscheide der St.Galler Regierung der Bevölkerung mitzuteilen.

Die Regierung habe sich heute zu einer ausserordentlichen Sitzung getroffen, um die Beschlüsse des Bundesrates und die aktuelle Lage zu besprechen. Damann sagte weiter:

«Die Regierung unterstützt die durch den Bundesrat erlassenen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.»

Gleichzeitig sei sich die Regierung des Kantons St.Gallen einig, dass auf kantonaler Stufe weitere Einschränkungen nötig sind.

Skilifte ab 22. Dezember 2020 geschlossen

Wie in den letzten Tagen bereits angetönt, sei die epidemiologische Lage und die Auslastung der Spitalkapazitäten derzeit ungenügend, um den Skiliftbetrieben eine Betriebsbewilligung für die Festtagszeit auszusprechen, so Damann. «Deshalb hat das Gesundheitsdepartement entschieden, dass Skiliftbetriebe vorerst ab dem 22. Dezember 2020 keine Gäste transportieren dürfen.»

Wie in einer Medienmitteilung des Kantons zu entnehmen ist, zählen dazu auch Personen, die zum Tourenfahren, Schlitteln und Winterwandern transportiert würden. Ausgenommen sei die Zubringeranlage Unterterzen Flumserberg, da sie Bestandteil des öffentlichen Verkehrs sei.

Was muss passieren, dass die Skigebiete öffnen dürfen

Um eine Bewilligung erteilen zu können, müsse der Reproduktionswert unter 1 fallen und es müssen genügend Kapazitäten in den Spitälern zur Verfügung stehen. «Wann dies der Fall ist, kann derzeit nicht abgeschätzt werden», sagte Damann an der Pressekonferenz. Die Regierung verfolge die Lage fortlaufend und das Gesundheitsdepartement würde bei positiver Entwicklung die Betriebsbewilligung wieder erteilen. Damann weiter:

«Es braucht hierfür kein neues Bewilligungsgesuch der Skiliftbetriebe.»

Die Regierung bitte die Bevölkerung, auch auf das Skifahren und das Tourenfahren in anderen Kantonen zu verzichten. Damit würden sie Unfallprävention leisten und dadurch das Personal in den Spitälern, «das bereits stark mit der Betreuung von Coronapatientinnen und -patienten belastet ist», entlasten.

Unterscheidung zwischen obligatorischer und nichtobligatorischer Schule

Nicht nur für die Freizeitaktivitäten hat die St.Galler Regierung neue Massnahmen beschlossen. «Aufgrund der epidemiologischen Lage müssen die nachobligatorischen Schulen (Mittelschulen und Berufsfachschulen) nach den Weihnachtsferien für zwei Wochen Fernunterricht betreiben», sagte Regierungsrat Stefan Kölliker, Vorsteher des Bildungsdepartements, an der Pressekonfernz.

Mit dieser Massnahme wolle das Bildungsdepartement verhindern, dass nach den familiären Kontakten in der Festtagspause Ansteckungen in die Schulhäuser getragen würden. Für besondere Konstellationen wie zum Beispiel notwendige Prüfungen und Qualifikationsverfahren seien Ausnahmen vom Präsenzverbot vorgesehen.

Anspruch auf Bildung

Kölliker hielt weiter fest: «Einerseits darf der weit vernetzte Schulbereich nicht zur Ursache für die Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung werden, andererseits darf den jungen Menschen nicht der Bildungsanspruch vorenthalten werden.» Der Bundesrat sehe in seiner Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus denn auch keine Verschärfungen von Massnahmen im Bildungsbereich vor. Insbesondere würde er Präsenzunterricht weiterhin erlauben.

Das Bildungsdepartement hält deshalb am Präsenzunterricht im Kindergarten und in der Primarschule fest, so Kölliker. Auch auf der Sekundarstufe I werde der Präsenzunterricht fortgesetzt. Die Maskenpflicht bleibe dort bis auf Weiteres bestehen. Von einer Aussetzung des Unterrichts will die Regierung nichts wissen. Dazu Kölliker:

«Eine Ferienverlängerung in der Volksschule schliesst das Bildungsdepartement aus.»

Die Medienkonferenz der St.Galler Regierung zum Nachlesen: