Coronavirus
Kanton Thurgau weitet Zertifikatspflicht aus: Sie gilt neu auch für Besucher von Spitälern, Kliniken und Pflegeheimen

Die Ansteckungs- und Hospitalisationszahlen im Kanton Thurgau und der Schweiz befinden sich mit steigender Tendenz erneut auf hohem Niveau. Daher hat der Thurgauer Regierungsrat entschieden, die Zertifikatspflicht auszuweiten. Sie gilt nun etwa auch für Besucher von Spitälern, Kliniken und Pflegeheimen.

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Der Kanton Thurgau weitet die Zertifikatspflicht auf Spitäler, Kliniken und Pflegeheime aus.

Der Kanton Thurgau weitet die Zertifikatspflicht auf Spitäler, Kliniken und Pflegeheime aus.

Bild: Nik Roth

Nachdem sich die pandemische Lage im Sommer 2021 deutlich entspannt hat, befinden sich die Ansteckungs- und Hospitalisationszahlen im Kanton Thurgau und der Schweiz mit steigender Tendenz erneut auf hohem Niveau. Während am 14. Juli im Kanton Thurgau noch zwei Personen hospitalisiert waren (davon keine auf der Intensivstation), waren es am 13. September bereits 44 Personen (davon 21 auf der Intensivstation). Das schreibt die Thurgauer Staatskanzlei am Mittwoch in einer Medienmitteilung. Die Intensivstationskapazität des Kantons Thurgau sei per 13. September voll ausgelastet gewesen.

Nachdem der Bundesrat bereits reagiert und per 13. September die Ausweitung der Zertifikatspflicht für Innenräume in den Bereichen Gastronomie, Kultur, Unterhaltung, Freizeit und Sport sowie für Veranstaltungen beschloss, hat der Regierungsrat des Kantons Thurgau die Zertifikatspflicht nun ausgeweitet. Sie gilt neu auch für Besucherinnen und Besucher von Spitälern, Kliniken, Pflegeheimen und Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderung. In der Mitteilung heisst es:

«Die Massnahme gilt ab dem 20. September 2021 bis maximal am 24. Januar 2022.»

Zudem werde die Notwendigkeit der Ausweitung periodisch überprüft und allenfalls vor dem 24. Januar wieder aufgehoben.

Handelt sich um besonders gefährdete Personen

Wie der Kanton im Communiqué weiter schreibt, handelt es sich aus Sicht des Regierungsrats bei Patientinnen und Patienten beziehungsweise den betreuten Personen in Spitälern, Kliniken, Pflegeheimen und Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderung häufig um besonders gefährdete Personen. Im Bundesratsentscheid sind Spitäler, Klinken, Pflegeheime und Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderung aber nicht eingeschlossen. Zudem sei die Anzahl infizierter Personen im Zeitraum vom 2. August bis zum 10. September in den Pflegeheimen von zwei auf 60 und in den Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderung von eins auf sieben gestiegen.

Deshalb hat der Regierungsrat entschieden, die Zertifikatspflicht für Besucherinnen und Besucher ab 16 Jahren auf diese Institutionen auszuweiten. Die Spital Thurgau AG und die Klinik Seeschau haben bereits eigenständig eine Zugangsbeschränkung auf Besucher mit gültigem Zertifikat eingeführt. (SK/evw)

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