Coronamassnahmen
«Nicht mehr verhältnismässig»: St.Galler Oberstufenschüler müssen ab Ende Mai im Unterricht keine Masken mehr tragen

Der St.Galler Bildungsrat hebt die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I ab dem 31. Mai auf. Lehrpersonen müssen die Maske weiterhin tragen, solange der Bund die Maskenpflicht für die Sekundarstufe II nicht aufhebt.

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Maske ab: Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I sollen nach dem Willen der Verantwortlichen im Kanton St.Gallen per Ende Mai keine Maske mehr tragen müssen.

Maske ab: Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I sollen nach dem Willen der Verantwortlichen im Kanton St.Gallen per Ende Mai keine Maske mehr tragen müssen.

Symbolbild: Keystone

(pd/nat) In der Volksschule sind für Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 die Kantone zuständig – im Gegensatz zur Sekundarstufe II, die in den Zuständigkeitsbereich des Bundes fällt. Der Bildungsrat des Kantons St.Gallen hat am 29. Oktober 2020 für die Sekundarstufe I (Sekundar- und Realschule) eine Maskenpflicht in Innenräumen verhängt. Dies, nachdem der Bundesrat für die höheren Schulstufen bereits das Tragen der Maske vorgeschrieben hatte.

Wie der Kanton in einem Communiqué mitteilt, erachtet der Bildungsrat mittlerweile die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler der Volksschuloberstufe als nicht mehr verhältnismässig. Dies, nachdem Lehrpersonen ab Alter 50 die Möglichkeit hatten, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Bis Ende Mai werde die Mehrheit der Personen über 50, die sich impfen lassen wollen, mindestens einmal geimpft sein. Damit werde ein Immunschutz von ungefähr 70 Prozent aufgebaut sein. Der vollständige Schutz erfolge mit der zweiten Impfung in den folgenden Wochen. Der Bildungsrat hebt deshalb diese Maskenpflicht Ende Mai auf.

Fernunterricht in der Volksschule vermeiden

Nach den geltenden Vorschriften des Bundes zur Quarantäne muss das Kantonsarztamt für Schulklassen eine Quarantäne anordnen, wenn mehr als zwei Personen in der Klasse positiv getestet wurden und die direkt involvierten Personen keine Masken getragen haben. Die Kantonsregierung kann aber in begründeten Fällen Ausnahmen von der Kontaktquarantäne bewilligen.

Mit der Aufhebung der Maskenpflicht wird zwar das Risiko höher, dass nach der geltenden Regel ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden müssten. In der Volksschule sei Fernunterricht jedoch mit Blick auf den grundrechtlichen Anspruch der Kinder und Jugendlichen auf ausreichenden Grundschulunterricht und nach den gemachten Erfahrungen im Frühjahr 2020, wenn immer möglich, zu vermeiden, heisst es weiter.

In Abwägung aller Aspekte macht die Regierung daher von ihrer Ausnahmekompetenz Gebrauch und erlaubt synchron zur Aufhebung der Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler neu die Fortführung des Präsenzunterrichts auch bei einer positiven Testung von zwei oder mehr Personen in einer Klasse.

In diesem Fall würde das Kantonsarztamt für die Zeit, in der die Beteiligten ohne Ausnahmebestimmung in Quarantäne müssten, eine befristete Maskenpflicht für die gesamte Unterrichtszeit (einschliesslich Pausen) sowie für den Weg zur Schule und zurück anordnen und in der Regel zwei Klassentestungen durchführen lassen.

Zudem müssten die entsprechenden Personen (Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und übrige Personen, die nach Vorgaben des Bundes als enger Kontakt gelten) die Zeit ausserhalb des Unterrichts in Quarantäne verbringen.

Lehrpersonen tragen weiterhin Masken

Lehrpersonen der Volksschule haben die Maske weiterhin zu tragen. Für sie soll die Maskenpflicht wegfallen, sobald der Bund die entsprechende Pflicht für Erwachsene sowie ältere Schülerinnen und Schüler beziehungsweise Studierende aufhebt.