Coronakrise
Nach den Verschärfungen des Bundesrats: Diese zusätzlichen Corona-Massnahmen gelten ab Sonntag im Kanton St.Gallen

Der Bundesrat hat am Freitag verschiedene zusätzliche Corona-Massnahmen bekanntgegeben. Die St.Galler Regierung ergänzt diese mit einem kantonalen Massnahmenpaket. Dazu liegt nun die entsprechende Verordnung vor.

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Die St.Galler Regierung - hier im Bild Regierungspräsident Bruno Damann - hat zusätzliche Corona-Massnahmen beschlossen.

Die St.Galler Regierung - hier im Bild Regierungspräsident Bruno Damann - hat zusätzliche Corona-Massnahmen beschlossen.

Bil: Gian Ehrenzeller / KEY

(pd/lim) Die Anzahl Neuinfektionen mit Covid-19 sowie die Zahl der Hospitalisationen sind im Kanton St.Gallen in den vergangenen Tagen wieder angestiegen. Das von der Regierung mit den bisherigen Massnahmen verfolgte Ziel einer Stabilisierung und kontinuierlichen Senkung der Fallzahlen konnte daher nicht erreicht werden, heisst es in einer Medienmitteilung des Kantons. Und:

«Für das Gesundheitspersonal und die Gesundheitseinrichtungen bedeutet dieser Anstieg eine grosse Belastung.»

Aufgrund dieser angespannten Situation hat die Regierung am vergangenen Mittwoch ein Massnahmenpaket vorgestellt, das für Entlastung sorgen soll. Das Paket wurde nun auf die vom Bund am Freitag bekanntgegebenen Massnahmen abgestimmt, die Regierung hat die entsprechende Verordnung verabschiedet. Die von der Regierung vorgesehenen Massnahmen in den Bereichen öffentlich zugängliche Einrichtungen und Betriebe sowie Veranstaltungen werden durch die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen ersetzt.

Was ab Sonntag im Kanton St.Gallen gilt

Ergänzend zu den bereits bestehenden, von Bund und Kanton beschlossenen Massnahmen gilt daher kantonal ab Sonntag neu:

  • Besuche in Betagten- und Pflegeheimen müssen in einem öffentlich zugänglichen Raum wie zum Beispiel der Cafeteria oder dem Foyer stattfinden. Die Leitung kann unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen vorsehen.
  • Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben dafür zu sorgen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeitsverpflichtungen so weit als möglich von zu Hause aus erfüllen (Homeoffice).
  • Wer positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet wird, benachrichtigt unverzüglich alle Personen, mit der er oder sie in den letzten 48 Stunden vor dem Test oder vor dem Auftreten der ersten Symptome engen Kontakt hatte. Die benachrichtigte Person begibt sich unverzüglich für zehn Tage in Quarantäne.
  • Menschenansammlungen von mehr als zehn Personen im öffentlichen Raum, namentlich auf öffentlichen Plätzen, auf Spazierwegen und in Parkanlagen, sind verboten.
  • Darbietungen im öffentlichen Raum, die zu Menschenansammlungen führen können, sind verboten.

Die nun ergriffenen Massnahmen werden so lange in Vollzug bleiben, bis sich ein «nachhaltiger Rückgang der Fallzahlen zeigt». Sollte sich in den nächsten Tagen keine Stabilisierung der Fallzahlen ergeben, würden weitergehende Einschränkungen unumgänglich sein, heisst es in der Mitteilung weiter. «Dabei ist die Regierung bestrebt, dass jene Massnahmen ergriffen werden, die auch für einen längeren Zeitraum umgesetzt werden können.» Dadurch soll die Gefahr eines raschen Wiederanstiegs der Fallzahlen bei einer Lockerung reduziert werden.

Die Regierung begrüsse die vom Bund angekündigte Aufstockung des Härtefallprogramms. Der Kanton St.Gallen wird den damit geschaffenen Spielraum zur Unterstützung der belasteten Branchen nutzen. Die Regierung wird voraussichtlich in der kommenden Woche die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen für eine rasche Abwicklung von Gesuchen um finanzielle Entschädigung schaffen.