Video

Eine zweite Welle zu verhindern sei wohl nicht möglich: Trotzdem sind die Regierungspräsidenten Stark und Hanselmann froh über die Corona-Lockerungen

Die beiden Regierungspräsidenten der Kantone Thurgau und St.Gallen werden beide die Contact-Tracing-App nutzen. Jakob Stark und Heidi Hanselmann zeigen sich in der TVO-Sendung «Zur Sache» froh über die neuen Corona-Lockerungen des Bundes. Und die beiden abtretenden Politiker verraten, was sie ihren Nachfolgern mitgeben.

Larissa Flammer
Drucken
Teilen

Die Schweiz findet langsam zurück in den Normalzustand. Moderator und Tagblatt-Chefredaktor Stefan Schmid eröffnet die Sendung, indem er die am Nachmittag vom Bundesrat kommunizierten Lockerungen zusammenfasst.

Für den Thurgauer Regierungspräsidenten und Gesundheitsdirektoren Jakob Stark (SVP) ist der Schritt des Bundesrats absolut richtig. Gerade in der Ostschweiz seien die Neuinfektionen bereits fast so tief wie nur möglich. Die St.Galler Regierungspräsidentin und Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann (SP) weist darauf hin, dass man den Schritt dank der Disziplin der Bevölkerung machen kann. «Das finde ich grossartig.» Trotzdem sei noch Vorsicht angesagt. Eine zweite Welle zu verhindern sei wohl nicht möglich. Aber sie traue dem Bund und den Kantonen zu, sie klein zu halten.

Bedenken wegen Lohnfortzahlung

Beide werden die Contact-Tracing-App des Bundes herunterladen. Es sei nun wichtig, bei Infektionskette jeweils sofort zu unterbrechen. Zum Thema Datenschutz sagt Stark, dass jeder wissen dürfe, wo er sich befinde. In den Sozialen Medien würden viele Leute diese Information ja auch preisgeben. Hanselmann hat noch ein paar Bedenken zur App. Zum Beispiel sei die Frage der Lohnfortzahlung noch nicht geklärt, wenn man sich freiwillig in Quarantäne begebe.

Heidi Hanselmann, Stefan Schmid und Jakob Stark im TVO-Studio.

Heidi Hanselmann, Stefan Schmid und Jakob Stark im TVO-Studio.

Bild: Michel Canonica (27. Mai 2020)

Jakob Stark findet es richtig, dass der Bundesrat in den vergangenen Wochen per Notrecht regiert hat. Aber jetzt sei es wichtig, dass der Notstand beendet worden ist. Für eine nächste Pandemie müssten auch die Kanton so gut vorbereitet sein, dass es ohne Notrecht gehe.

Doppelmandat sei eigentlich gar nicht mehr möglich

Beide Politiker geben diese Woche ihr Amt in den Regierungsgebäuden ab. Trotz etwas Wehmut freut sich Heidi Hanselmann auch darauf, wieder eine «normale» Bürgerin zu sein. Als Präsidentin der Eidgenössischen Nationalparkkommission habe sie sich vorgenommen, alle Wege und Berge zu bewandern.

Jakob Stark freut sich darauf, nach 14 Jahren Einsatz und toller Tätigkeit für seinen Kanton das Amt weitergeben zu dürfen. Corona habe die Arbeit jetzt doch etwas anstrengender gemacht als gedacht. Wehmut komme auf, da er ein tolles Team verlassen müsse. Seit Ende 2019 ist Jakob Stark Ständerat, weshalb kürzlich eine Diskussion um seinen Doppelverdienst geführt wurde. Darauf angesprochen sagt Stark:

«Es ist heute eigentlich gar nicht mehr möglich, dass ein Regierungsmitglied auch Ständerat oder Nationalrat ist.»

Vielleicht hätte man die Regelung, die dies im Thurgau ermögliche, mal überdenken sollen.

Seinem Nachfolger Urs Martin rät Stark: «Jeden Tag das Beste geben.» Und Heidi Hanselmann gibt ihrem Departementsnachfolger Bruno Damann mit auf den Weg, dass er sich auf ein tolles Team freuen könne.

Mehr zum Thema