Wegen Corona-Virus: Die Thurgauer Nationalrätin Verena Herzog will Antworten zu «gefährlichen Zugverbindungen aus Italien»

Der Bahnverkehr von Mailand in die Schweiz läuft weiter, während Flüge annulliert werden: Darüber herrsche grosses Unverständnis in Teilen der Bevölkerung, sagt die Thurgauer SVP-Nationalrätin Verena Herzog. Sie fordert Antworten vom Bundesrat.

Adrian Vögele aus Bern
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Weniger Passagiere als normal: Der Bahnhof Cadorna in Mailand nach dem Ausbruch des Corona-Virus.

Weniger Passagiere als normal: Der Bahnhof Cadorna in Mailand nach dem Ausbruch des Corona-Virus. 

Matteo Corner / EPA

Im Bundesparlament stösst die aktuelle Strategie des Bundes zur Eindämmung des Corona-Virus auf Kritik. SVP-Nationalrätin Verena Herzog befürchtet «ein gigantisches Leck im Dispositiv», wie sie sagt. Nach ihrem Auftritt in der SRF-Sendung «Arena» habe sie Mails von besorgten Bürgern aus dem Tessin erhalten, die das «inkonsequente Verhalten» überhaupt nicht begreifen könnten. «Einerseits werden Ansammlungen über 1000 Personen verboten, was ich richtig finde. Und andererseits werden bezüglich dem Öffentlichen Verkehr ausser dem Verteilen von Informationsflyern keine wirklich eindämmenden Massnahmen ergriffen», sagt Herzog. 

Verena Herzog, Thurgauer SVP-Nationalrätin

Verena Herzog, Thurgauer SVP-Nationalrätin

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Heute reicht die SVP-Nationalrätin deshalb Fragen an den Bundesrat ein. Sie will wissen, ob die Passagiere in den Zügen aus Italien besonders kontrolliert werden. «Erhalten die Passagiere besondere Anweisungen? Werden sie registriert?» Herzog fragt weiter, ob nicht Passagiere mit erhöhter Körpertemperatur auf das Coronavirus getestet und die Bahnverbindungen mit dem grössten Risiko gänzlich sistiert werden sollten.

Wie gut ist das medizinische Personal geschützt?

Ein weiterer Fragenblock betrifft den Schutz des medizinischen Personals im Zusammenhang mit dem Virus. Herzog fragt, wie gut die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens auf eine Pandemie vorbereitet sind. «In welcher Anzahl sind Atemschutzmasken und entsprechende Schutzanzüge für das Medizinalpersonal vorhanden? Gibt es genügend Reserven?» Und: «Wie und nach welchen Kriterien wird dieses Material verteilt?»

Antworten des Bundesrats sind spätestens in der Fragestunde im Nationalrat am kommenden Montag zu erwarten.  

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