Corona-Lockerungen
«Wir wollen öffnen» – der St.Galler Gewerbeverband macht Druck und fordert die Regierung auf, sich für Lockerung stark zu machen

Am Mittwoch entscheidet der Bundesrat, wie es mit dem gegenwärtigen Coronaregime weitergeht: mit den geschlossenen Restaurants und Läden ebenso wie mit der Fünferregel und der Homeofficepflicht. Nun wendet sich der kantonale Gewerbeverband in einem offenen Brief an die St.Galler Regierung. Die bisherige Politik des Bundes müsse «zwingend angepasst» werden.

Regula Weik
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Aufgestuhlt und behördlich geschlossen: die Restaurants.

Aufgestuhlt und behördlich geschlossen: die Restaurants.

Bild: Stefan Kaiser

«Wir schreiben Ihnen mit der zwingenden Bitte, sich für das lokale Gewerbe einzusetzen», heisst es im offenen Brief des kantonalen Gewerbeverband an die St.Galler Regierung. Die Massnahmen, die für einige Branchen im Dezember, für andere im Januar eingeführt wurden, hätten «desaströse Konsequenzen». Restaurants und Detailhandel erwirtschafteten im Dezember und im ersten Quartal des Jahres hohe Umsätze.

«Sie ausgerechnet in dieser Zeit zu schliessen, führt zu ihrer existenziellen Bedrohung.»

Die Entschädigungslösungen seien zwar vorhanden. Doch der Schaden, welcher der Lockdown anrichtet, gehe viel weiter:

«Wenn unsere lokalen Restaurants, Detailhändler oder Fachgeschäfte nicht öffnen können, verlieren wir wertvolle Ausbildungs- und Arbeitsplätze.»

Die Gewerblerinnen und Gewerbler hätten gezeigt, dass sie Schutzmassnahmen gewissenhaft umsetzten. Und die aktuelle Entwicklung der Coronazahlen mache deutlich, dass die Politik des Bundesrates angepasst werden müsse.

Der Brief des Gewerbeverbands schliesst mit den Worten:

«Wir wollen ab 1. März öffnen, arbeiten und uns begegnen.»

Regierung muss Coronavorstösse umgehend beantworten

Die aktuellen Massnahmen des Bundesrats sind bis Ende Februar befristet. Definitiv entscheiden, wie es danach weitergeht, dürfte er am 24. Februar. Bis dahin will er sich mit den Kantonen austauschen und deren Meinung abholen.

Bereits am Mittwoch wird sich allerdings die Haltung der St.Galler Regierung abzeichnen. Das Kantonsparlament hat nämlich am Dienstag eine ganze Reihe von Coronavorstössen für dringlich erklärt. Nun muss die Regierung über Nacht die zahlreichen, aufgeworfenen Fragen beantworten. Die Mehrzahl der Anliegen aus dem Parlament zielt ebenfalls auf eine Lockerung der aktuellen Massnahmen.