Corona in der Ostschweiz: Welche Regelungen jetzt gelten und wie die Situation in den angrenzenden Regionen aussieht

Die Corona-Fälle in der Schweiz steigen. Hier finden Sie eine Übersicht der aktuellen Situation in der Ostschweiz und den angrenzenden Regionen. Wegen der hohen Dunkelziffer verzichten wir auf konkrete Fallzahlen.

Redaktion Online
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Die Kampagne «So schützen wir uns» des Bundes.

Die Kampagne «So schützen wir uns» des Bundes.

Bild: Benjamin Manser

Allgemeine Lage

Wegen der Ausbreitung des Corona-Virus hat der Bund die Situation in der Schweiz am 16. März als ausserordentliche Lage eingestuft. Das öffentliche Leben wird heruntergefahren. Geschlossen bleiben alle Restaurants, Bars, Freizeitanlagen, Kinos, Fitnesscenter etc.. Offen bleiben Lebensmittelgeschäfte, Banken, die Post und Gesundheitseinrichtungen. Ausserdem werden Kontrollen an den Landesgrenzen eingeführt. Zur Unterstützung der Kantone werden 8000 Armeeangehörige aufgeboten.

Der öffentliche Verkehr bleibt intakt. Ab Donnerstag gilt jedoch ein Spezialfahrplan. Die Schweizer Transportunternehmen reduzieren das Angebot. Die Fernverkehrszüge fahren generell im Stunden- statt Halbstundentakt, grenzüberschreitender Verkehr wird stark eingeschränkt. Die Transportunternehmen bitten Reisende, sich frühzeitig über den Fahrplan zu informieren.

Für Fragen, die das Corona-Virus generell betreffen, kann sich die Bevölkerung an die Infoline des BAG wenden unter der Nummer 058 463 00 00. Allgemeine Verhaltensempfehlungen des Bundes sind nach wie vor:


St.Gallen

Der Tarifverbund Ostwind hat am 10. März empfohlen, dass die vorderste Türe im Bus geschlossen bleibt und keine Tickets mehr durch das Fahrpersonal verkauft werden.

Seit dem 18. März betreibt der Kanton St.Gallen eine Infoline. Anrufe entgegengenommen werden von montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und am Wochenende von 9 bis 16 Uhr. Die Telefon-Nummer lautet: 058 229 22 33. Und die zugehörige E-Mail-Adresse ist folgende: infoline@sg.ch.

Der Kanton St.Gallen hat auf seiner Webseite www.sg.ch/coronavirus ausserdem ein Kontaktformular aufgeschaltet. Mit diesem Formular können Fragen gestellt werden, die spezifisch den Kanton betreffen oder vom Bundesamt für Gesundheit bisher nicht beantwortet wurden.


Thurgau

Der Kanton Thurgau ist Teil des Ostwind-Verbundes, bei dem die Empfehlung gilt, dass die vorderste Türe im Bus bis auf Weiteres geschlossen bleibt und keine Tickets mehr durch das Fahrpersonal verkauft werden. Dieselbe Regelung gilt auch bei den Frauenfelder und Kreuzlinger Stadtbussen. Die Fahrausweispflicht für Fahrgäste gilt weiterhin. Tickets sollen über andere Kanäle wie z.B. am Ticketautomaten, Kundenschalter oder über digitale Kanäle erworben werden. Automaten und Halteknöpfe würden regelmässig desinfiziert werden, schriebt die Kreuzlinger Stadtverwaltung.

Der Kanton Thurgau hat im Zusammenhang mit dem Corona-Virus den kantonalen Führungsstab eingesetzt. Er kümmert sich um Massnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus im Kanton. Dieser teilt am 19. März in einer Medienmitteilung und auf Twitter mit, dass Freiwillige gesucht werden, um das Gesundheitswesen zu stärken. Diese können sich mit einem Online-Formular anmelden und werden bei Bedarf kontaktiert.

Am 2. März hat Thurgau eine eigene Hotline lanciert. Informationen rund um das Corona-Virus erhalten Sie täglich, 8 bis 18 Uhr, unter der Nummer 058 345 34 40.


Appenzell Ausserrhoden

Appenzell Ausserrhoden ist Teil des Ostwind-Verbundes, bei dem die Empfehlung gilt, dass die vorderste Türe im Bus bis auf Weiteres geschlossen bleibt und keine Tickets mehr durch das Fahrpersonal verkauft werden.

Zudem wurde ab Montag, 16. März, eine kantonale Hotlinenummer für Fragen rund um die Pandemie errichtet, die täglich von 8 bis 12 und 13 bis 17.30 Uhr kontaktiert werden kann: 071 353 67 97.


Appenzell Innerrhoden

Da der Bundesrat beschlossen hat, dass bis zum 19. April alle privaten und öffentlichen Veranstaltungen verboten sind, muss auch die Innerrhoder Landsgemeinde verschoben werden. Wie die Standeskommission in einer Mitteilung schreibt, sehe die Verordnung des Bundes zwar die Möglichkeit für eine Bewilligung vor, dies aber nur unter ganz engen Voraussetzungen. Diese seien in Bezug auf die Landsgemeinde nicht zu erfüllen. Eine dieser Vorgaben ist nämlich, dass die Versammlung räumlich so anzupassen ist, dass die Hygienevorschriften des Bundes einschliesslich der Abstandsvorschriften, eingehalten werden. Als Verschiebedatum nennt der Kanton den Sonntag, 23. August 2020.

Appenzell Innerrhoden ist Teil des Ostwind-Verbundes, bei dem die Empfehlung gilt, dass die vorderste Türe im Bus bis auf Weiteres geschlossen bleibt und keine Tickets mehr durch das Fahrpersonal verkauft werden.

Der Kanton Appenzell Innerrhoden hat ebenfalls eine Hotline eingerichtet, die vom kantonalen Gesundheitsamt betreut wird. Die Nummer lautet 071 788 92 50 und ist Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr betreut.


Graubünden

Im Kanton Graubünden ist die Corona-Hotline von Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr in Betrieb. Die Nummer lautet 081 254 16 00. Die Behörden bitten allerdings, wann immer möglich, die Anfrage möglichst detailliert per Mail einzureichen. Die Mailadresse, die täglich von 8 bis 17 Uhr bedient ist, ist folgende: kfsmedical@amz.gr.ch.

Kinder, die zu Hause nicht betreut werden können, werden im Kanton Graubünden weiterhin in Kindergärten, Primarschulen, Sonderschulen, Kindertagesstätten, Kinderkrippen und von Tageseltern betreut. Wie der Kanton in einer Medienmitteilung schreibt, haben sie entsprechende Vorschriften erlassen, um die Verordnung des Bundesrats umzusetzen. Das für diese Woche kurzfristig aufgebaute Betreuungsangebot werde somit fortgeführt.

Der Kantonale Führungsstab Graubünden unterstützt die Nachbarschaftshilfe und vermittelt Fachpersonal – detaillierte Informationen dazu, finden Sie unter diesem Link


Konstanz

Deutschland schliesst wegen des Corona-Virus teilweise seine Grenzen. Ab dem 16. März werden vorübergehend wieder Grenzkontrollen an den Grenzen zur Schweiz, zu Frankreich, Österreich, Luxemburg und Dänemark eingeführt.

Wie in der Schweiz müssen auch in Deutschland ab dem 17. März viele Einrichtungen und Geschäfte schliessen. Nicht geschlossen werden Läden, die Gegenstände des täglichen Bedarfs verkaufen. Restaurants und Speisegaststätten sollen frühestens ab 6 Uhr öffnen dürfen und müssen spätestens um 18.00 Uhr schliessen.

Ab dem 21. März gilt laut der Landesregierung in Baden-Württemberg zudem:

  • Alle Restaurants und Gaststätten im Land müssen schliessen. Essen zum Mitnehmen und auf Bestellung bleibt aber weiterhin möglich.
  • Ein Verweilen auf öffentlichen Plätzen und im öffentlichen Strassenraum ist für Gruppen von mehr als drei Personen nicht gestattet. Das Land weist darauf hin, dass es diese Regelung streng kontrollieren, durchsetzen und sanktionieren wird. Familien oder Menschen, die zusammenleben, können weiterhin gemeinsam auf die Strasse.
  • Einreisen und Durchreisen von Personen aus internationalen Corona-Risikogebieten nach Baden-Württemberg sind untersagt. Ausgenommen sind Fahrten zum Arbeitsplatz, zum Wohnort, zum Transport von wichtigen Gütern und besondere Härtefälle, etwa bei einem Todesfall in der Familie.
  • Frisöre müssen schliessen.

Fürstentum Liechtenstein

Die Liechtensteiner Regierung untersagt ab dem 16. März alle Veranstaltungen mit mehr als fünf Personen. Ebenfalls werden alle Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe geschlossen. Dazu gehören nebst allen öffentlichen und privaten Museen, Kursen und Weiterbildungen, Casinos und Spielsalons auch Jugendzentren, Sportstätten und Sport-, Fitness- und Wellnesszentren, Hallenbäder sowie die Bergbahnen Malbun. 
Ab dem 17. März sind auch alle Restaurants, Bars, Diskotheken und Nachtclubs komplett geschlossen.

Seit dem 16. März sind auch alle öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen sowie ausserhäusliche Kinderbetreuungseinrichtungen und Spielgruppen geschlossen. In zwingenden Fällen wird bis einschliesslich Freitag, 20. März 2020, in Kitas, Kindergärten und Primarschulen ein Überbrückungsangebot geschaffen.


Vorarlberg

In Österreich sind Veranstaltungen ab dem 16. März gänzlich untersagt. An keinem Ort sollen sich mehr als fünf Menschen auf einmal treffen. Die einzigen Ausnahmen sind jene Aktivitäten, die der Bekämpfung des Coronavirus dienen.

Die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum wird massiv eingeschränkt: Sportplätze, Spielplätze und andere öffentliche Plätze der Begegnung werden geschlossen. Die Österreicherinnen und Österreicher werden aufgefordert sich selbst zu isolieren. Das bedeutet, soziale Kontakte ausschliesslich mit jenen Menschen zu pflegen, mit denen sie zusammenleben.

Laut den Behörden gibt es nur drei Gründe das Haus zu verlassen:

  1. Berufsarbeit, die nicht aufschiebbar ist
  2. Dringend notwendige Besorgungen (Lebensmittel)
  3. Anderen Menschen zu helfen

Auch der Unterricht an den Schulen ist ab dem 16. März ausgesetzt. Ein Flugverbot gilt für die Schweiz, Frankreich, Spanien, Grossbritannien, Niederlande und die Ukraine.

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