Coiffeurbranche hat wegen Corona zu kämpfen – und die Krisensituation könnte ausgenutzt werden

Die Coiffeurgeschäfte sind zurzeit geschlossen – viele Personen weichen deshalb auf illegale Hausdienste aus.

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In Coiffuregeschäften dürfen Kunden derzeit nicht mehr bedient werden.

In Coiffuregeschäften dürfen Kunden derzeit nicht mehr bedient werden.

BIld: Chris Iseli

(radi) Die Coronakrise trifft die Coiffuregeschäfte hart. Sie dürfen gemäss dem Entscheid des Bundesrates ihre Kundinnen und Kunden nicht mehr bedienen. Nun ruft der Verband Coiffuresuisse Sektion Appenzell in einer Medienmitteilung dazu auf, diese Weisung auch einzuhalten. Er fordert die Bevölkerung auf, die illegalen Dienste und den «Home»-Service nicht zu nutzen.

Die Frisur muss sitzen. Auch in der Krise. So zumindest sehen es viele Kundinnen und Kunden von Coiffuregeschäften, die grossen Wert auf ihre äussere Erscheinung legen. Aufgrund der Coronavirus-Verbreitung bleiben die Fachgeschäfte jedoch vorläufig geschlossen. Wer sich nicht an die Verordnung hält, kann angezeigt und gebüsst werden.

«Der Bundesratsentscheid trifft unsere Branche hart. Dennoch betrachten wir ihn angebracht und sinnvoll. Wir respektieren den Entscheid und tragen so unseren Teil gegen die Ausbreitung des Virus bei», sagt Heinz Rusch, Präsident Coiffuresuisse Sektion Appenzell. Er hat seine Verbandsmitglieder darauf hingewiesen, dass sie trotz der Notlage und den finanziellen Einbussen von Hausbesuchen und Hintertürgeschäften absehen sollen:

«Ich bin überzeugt, dass sich unsere Mitglieder an die gesetzlichen Vorgaben halten und keine Schlupflöcher suchen. Sie nehmen ihre Verantwortung wahr.»

Krisensituationen können ausgenutzt werden

Heinz Rusch sagt, die derzeitige Situation werde von unseriösen Anbietern, die dem Branchenverband nicht angehören, derzeit ausgenutzt.
«Es gibt Hinterhof-Geschäfte und Anbieter, die in privaten Räumen die Dienstleistungen weiterhin schwarz anbieten oder die Kundschaft zu Hause besuchen», sagt Rusch. Dies schade nicht nur seriösen Geschäften, es stelle auch eine Gefahr in der Verbreitung des Virus dar. «Solche Machenschaften verurteilen wir aus der seriösen Coiffurebranche aufs Schärfste.»

Alle Kundinnen und Kunden sollen deshalb auf Heimservice und die Angebote der Schattenwirtschaft verzichten. Der Verband meint, nur durch Kontrollen und hohe Bussen sei dieses illegale Geschäft zu stoppen – schliesslich gehe es zurzeit nicht darum, eine Top-Frisur zu haben, sondern um die Gesundheit der Bevölkerung: «Deshalb halten wir uns stur an die Verordnung. Auch wenn einzelne Personen kein Verständnis dafür haben.»

Dies im Bewusstsein, dass die Eitelkeit das letzte Kleid ist, das der Mensch auszieht. Heinz Rusch sagt: «Wir sind uns sehr bewusst, wie wichtig die persönliche Erscheinung ist. Wir verzichten jetzt, weil wir umso schneller wieder für die Kunden da sein wollen.»