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Chronologie der Vorfälle rund um das Regionale Leistungszentrum für Kunstturnen in Wil: Vom Bruch mit den Satelliten bis zur Kündigung des verhafteten Trainers

Eine Zusammenfassung der Turbulenzen rund um das Regionale Leistungszentrum Ostschweiz RLZO für Kunstturnen in Wil.
Christoph Zweili
Das Regionale Leistungszentrum Ostschweiz RLZO in Wil kommt nicht nur Ruhe. (Bild: Michel Canonica)

Das Regionale Leistungszentrum Ostschweiz RLZO in Wil kommt nicht nur Ruhe. (Bild: Michel Canonica)

Bruch mit Satellitenvereinen:

Die Ostschweizer Kunstturnszene ist seit mindestens vergangenem Jahr in Aufruhr. Es kommt zum Bruch zwischen dem 2009 gegründeten Regionalen Leistungszentrum (RLZO) und verschiedenen Satellitenvereinen, die Nachwuchstalente zuführen. Der Grund sind personelle Zerwürfnisse im Umfeld des RLZO, wie im Januar 2019 bekannt wird. Eltern und Vereine lehnen sich gegen den Vorstand auf, vor allem gegen den Präsidenten und dessen Amtsführung. Der St.Galler Turnverband hat bereits 2018 eine Mediation einberufen, um die Wogen zu glätten und alle Parteien anzuhören. Der RLZO-Vorstand sieht sich aber nicht in der Pflicht, die Empfehlungen des Mediators umzusetzen.

STV zeigt sich beunruhigt:

Auch dem Schweizerischen Turnverband (STV) ist bekannt, dass es am RLZO, einem selbstständigen Verein mit eigenen Statuten, kriselt. Der Dachverband, der vertraglich geregelt das RLZO mit einem «namhaften Betrag» unterstützt, zeigt sich zwar beunruhigt, hält sich aber zurück. Ein Lösungsprozess sei aufgegleist. «Sollte aber keine Verbesserung eintreten, werden wir uns gemäss den Abmachungen einbringen müssen», sagt STV-Geschäftsführer Ruedi Hediger im Januar 2019. Bei gewissen Vergehen oder wenn bestimmte sportliche oder organisatorische Kriterien nicht erfüllt würden, wäre eine Kürzung oder Streichung der Subventionen eine Möglichkeit.

Geschäftsführerin gekündigt:

Der Konflikt beim Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz betrifft auch die Geschäftsstelle. Der damaligen Geschäftsführerin wird per Ende Januar 2019 gekündigt, nachdem sie «mutig Missstände am Regionalen Leistungszentrum aufgedeckt» habe, wie Stiftungsratspräsidentin Imelda Stadler öffentlich sagt. Sie stellt sich hinter die entlassene Geschäftsführerin – und fordert personelle Veränderungen im Vorstand. Die Stiftung ist nicht am Tagesgeschäft beteiligt, sondern tritt als Vermieterin der Sporthalle auf, die sie vor zehn Jahren gebaut hat. Nun soll auch die neue ­Geschäftsführerin, erst seit Januar 2019 im Amt, wieder gekündigt haben, was der Vorstand nicht kommentiert.

Trainer verhaftet und entlassen:

Die St.Galler Justizbehörden nehmen am 13.August 2019 den ungarischen Cheftrainer des RLZO fest. Offen ist, wie lange der Mann in Untersuchungshaft bleibt, der wegen mutmasslichen sexuellen Handlungen mit einer minderjährigen Kunstturnerin angezeigt wurde. Fällt der dringende Tatverdacht weg, oder Haftgründe wie Flucht-, Verdunkelungs-, Wiederholungs- oder Ausführungsgefahr, könnte er nach zwei Monaten freikommen. Die Untersuchungshaft kann auch verlängert werden, wenn sich im Zuge der Ermittlungen für die Staatsanwaltschaft neue, relevante Gesichtspunkte ergeben. Den Arbeitsvertrag mit dem Trainer hat das Leistungszentrum gekündigt.

Mutmassliches Opfer spricht:

«Ich habe ihm vertraut wie einem Vater», sagt am 17.August das 17-jährige mutmassliche Opfer des Trainers des Leistungszentrums gegenüber dieser Zeitung. Sie habe ihren Trainer angezeigt, weil er sie sexuell missbraucht habe. Sie stellt sich aus freien Stücken den Eltern und anderen Kaderturnerinnen und erklärt, weshalb sie sich wehre. Danach fühlt sie sich alleingelassen: Einige Eltern äussern Empathie, ein beträchtlicher Teil jedoch bezichtigt sie mehr oder weniger offen der Lüge. Eineinhalb Jahre hatte das Mädchen geschwiegen. Die Loyalitätskonflikte in derartigen Abhängigkeitsverhältnissen seien gross, sagt Sportpsychologin Cristina Baldasarre.

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