CHOCOLARIUM FLAWIL: Lockstoff im Rohstoffraum

In Flawil soll eine neue Schokoladen-Erlebniswelt Besucher anlocken. Zehn Millionen Franken hat Maestrani in die interaktive Schaufabrik investiert. Das Unternehmen will damit ein neuer touristischer Hotspot der Ostschweiz werden.

Lisa Wickert
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Eröffnungsmedienkonferenz von Maestrani’s Chocolarium (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Eröffnungsmedienkonferenz von Maestrani’s Chocolarium (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Die Tür mit der Aufschrift «Labor» öffnet sich, ein süsslicher Duft steigt in die Nase – Schokolade. An den Decken hängen goldene Hufeisen, der Boden ist mit tausenden Kleeblättern übersät. In einem Springbrunnen sprudelt weisse, braune und schwarze Flüssigkeit wie Wasser aus einer Röhre. Hier soll sich die Schokolade mit Glück aufladen.

Eröffnungsmedienkonferenz von Maestrani’s Chocolarium (Bild: Urs Bucher)
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Eröffnungsmedienkonferenz von Maestrani’s Chocolarium (Bild: Urs Bucher)
Eröffnungsmedienkonferenz von Maestrani’s Chocolarium (Bild: Urs Bucher)
CEO Markus Vettiger, Regierungsrat Bruno Damann und VR-Präsident Randolf Hanslin (v.l.n.r.) (Bild: Urs Bucher)
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Eröffnungsmedienkonferenz von Maestrani’s Chocolarium (Bild: Urs Bucher)
Eröffnungsmedienkonferenz von Maestrani’s Chocolarium (Bild: Urs Bucher)

Eröffnungsmedienkonferenz von Maestrani’s Chocolarium (Bild: Urs Bucher)



«Wer die Welt mit den Augen eines Schokoladenliebhabers betrachtet, erkennt wahre Schönheit und Glück.» – So steht es im Herzstück des «Maestrani’s Chocolarium» in Flawil. Nach 17 Monaten Bauzeit wird die neue Erlebniswelt morgen eröffnet. Gestern gab es einen ersten Einblick für die Medien. Entstanden ist eine Mischung aus Schaufabrik und interaktiver Ausstellung rund um das Thema Schokolade. Der Rundgang beginnt mit einem kurzen, kindergerecht aufbereiteten Film im hauseigenen Kino über die Suche nach dem Glück in der Schokolade. Im «Rohstoffraum» werden den Besuchern die Anfänge des süssen Lockstoffs nähergebracht. Wer will, kann auch selber Hand anlegen: An einem Plastikeuter wird die Milch für die Schokolade gemolken, die Haselnüsse müssen mit Muskelkraft vom Baum geschüttelt werden. Das aus der Werbung bekannte Eichhörnchen fängt die Nüsse auf. Über eine 80 Meter lange Glasgalerie haben die Besucher die Möglichkeit, einen Blick in die Produktion zu werfen. Auf Förderbändern rollen fertige Prügeli direkt hinauf zum Besucher – und dürfen gegessen werden.

Maestrani wurde 1852 in Luzern gegründet, sieben Jahre später zügelte das Unternehmen nach St. Gallen. Seit 2003 produziert Maestrani in Flawil. Heute stellen dort 160 Mitarbeiter über 3500 Tonnen Schokolade pro Jahr her. Nebst der Marke Maestrani vertreibt das Unternehmen Produkte der Linien Munz und Minor und exportiert sie in mehr als 30 Länder. Nach eigenen Angaben war Maestrani Schweizer Vorreiter in Sachen Fairtrade und Nachhaltigkeit: Mit Kaffeebohnen aus Peru produziert das Unternehmen seit 1987 Bio- und Fairtrade-Schokolade.

Das neuste Produkt aus der Flawiler Schokoladenfabrik nennt sich Minor Split – ein klassisches Prügeli mit Nusscrème. Auf dem Rundgang gibt es davon keine Kostprobe, dafür von zahlreichen anderen Schokoladensorten.

In die neue Erlebniswelt hat das Unternehmen rund zehn Millionen Franken investiert – und sich hohe Ziele gesetzt: «Wir wollen mit der Erlebniswelt das neue touristische Zugpferd der Ostschweiz sein», sagt CEO Markus Vettiger. Überregionale Schweizer Kunden, insbesondere Familien, aber auch Touristen aus Deutschland und Österreich sollen künftig nach Flawil gelockt werden – bis jetzt beileibe kein touristischer Hotspot der Ostschweiz. «Im Fokus steht insbesondere das Dreiländereck am Bodensee.» Das Unternehmen will die Palette der Angebote laufend erneuern: Neben Schokoladen-Giessen und Backkursen sollen Kooperationen mit dem Zürcher Kammerorchester und dem FC Basel für Abwechslung sorgen. Wie diese Kooperationen aussehen sollen, darüber schweigt sich Vettiger aus.

Süsses Jahr für Maestrani

Wachstum Trotz hoher Rohstoffpreise und Einkaufstourismus hat Maestrani ein «sehr gutes» Geschäftsjahr 2016 hinter sich. Laut Firmenchef Markus Vettiger sind Umsatz, Absatz und Gewinn gestiegen. Mit über 150 Angestellten setzt Maestrani inzwischen fast 50 Millionen Franken um. In der Schweiz sei man stärker gewachsen als der Gesamtmarkt. Auf diesem stieg laut Chocosuisse 2016 die Absatzmenge um 2,3 Prozent und der Umsatz um 1 Prozent. Vettiger erklärt den Erfolg mit intensivierten Marketing- und Verkaufsanstrengungen sowie neuen Produkten. «Auch im Export konnten wir dank hoher Qualität und Swissness zulegen», sagt Vettiger. Das gilt besonders im Travel Retail, dem Duty-Free-Geschäft an Flughäfen. Hier ist Maestrani vor allem in Asien stark, aber auch an allen Schweizer Flughäfen. Zudem habe man den Einstieg an grossen deutschen Flughäfen geschafft. Wegen des hart umkämpften EU-Marktes setzt Vettiger vermehrt auch auf Schwellenländer wie China, in Südostasien und im arabischen Raum. 2017 hat laut Vettiger «über Erwarten gut» begonnen. Eine erste Bilanz ziehe Maestrani nach Ostern, aber: «Im ersten Quartal liegen wir über Vorjahr.» (sih)