Chauffeur fürs Funken bestraft

Wer beim Autofahren mit Handy oder Funk hantiert, macht sich strafbar – weil das Lenken des Fahrzeugs erschwert ist. Ein verurteilter Chauffeur gelangte in einem solchen Fall ans Bundesgericht. Und blitzte damit ab.

Urs-Peter Inderbitzin
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Appenzell. Wer die Funkmuschel ans Ohr hält und sein Fahrzeug nur noch mit einer Hand bedient, muss – ähnlich wie ein Lenker, der mit dem Handy telefoniert – mit einer Busse rechnen. Das Bundesgericht hat die Verurteilung eines Chauffeurs bestätigt, der während der Fahrt den Funk in gebeugter Haltung abhörte.

Dieser war mit seinem Lastwagen im Appenzellischen unterwegs, als ihn ein Funkspruch erreichte.

Er hielt die Funkmuschel ans Ohr, musste aber – wegen des kurzen Kabels – den Kopf stark nach unten neigen.

Funk ist nicht verboten

Das Bezirksgericht Appenzell verurteilte ihn wegen Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit zu einer Busse von 100 Franken. Nach dem Kantonsgericht hat nun auch das Bundesgericht die Strafe bestätigt.

Laut Gesetz muss der Lenker eines Fahrzeugs das Lenkrad mit mindestens einer Hand halten und hat die andere Hand, sofern sie nicht zum Lenken gebraucht wird, für Handgriffe wie etwa der Betätigung von Blinker, des Schalthebels oder der Warnsignale freizuhalten. Wer im Auto mit dem Handy oder der Funkmuschel am Ohr hantiert, hat für diese Tätigkeiten keine Hand mehr frei.

Zwar räumt das Bundesgericht ein, dass Mobiltelefone oder Funkgeräte in Fahrzeugen nicht verboten sind. Unzulässig ist es aber, diese Geräte zu bedienen, wenn dadurch die Bedienung des Fahrzeugs erschwert und die Aufmerksamkeit des Lenkers beeinträchtigt werden.

Chauffeur wehrt sich vergebens

Vergeblich argumentierte der Chauffeur, funken im Berufsverkehr sei nicht verboten. Auch Polizei und Rettungsdienste würden dies tun. Die meisten Lastwagen hätten Funk und würden regelmässig am Funkverkehr teilnehmen.

Zudem habe er nie gehört, dass Berufskollegen deswegen gebüsst worden seien.

Der Chauffeur muss nun nicht nur die Busse von 100 Franken, sondern auch die Kosten für das Verfahren in der Höhe von 2000 Franken bezahlen.

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