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Haare lassen für einen guten Zweck: In Herisau können Freiwillige Haare für Perücken spenden

In Herisau findet zum zweiten Mal ein Charity-Event für Kinder statt, die von Haarlosigkeit betroffen sind. Freiwillige können dort Haare für Perücken spenden.
Meret Bannwart
Ein Stück Normalität für den Alltag: Aus den gespendeten Haaren werden Perücken für Kinder hergestellt, die von Haarlosigkeit betroffen sind. (Bilder: PD)

Ein Stück Normalität für den Alltag: Aus den gespendeten Haaren werden Perücken für Kinder hergestellt, die von Haarlosigkeit betroffen sind. (Bilder: PD)

Haarlosigkeit wird hauptsächlich durch die Autoimmunkrankheit Alopecia Areata (siehe Kasten) oder durch Chemotherapien infolge einer Krebserkrankung verursacht. Um betroffenen Kindern wenigstens optisch Abhilfe zu verschaffen, veranstalten Romina Rausch und Katrin Kreuels von der Firma Kopfrausch in Herisau eine Spendeaktion.

Was ist Alopecia Areata?

Alopecia Areata wird auch kreisrunder Haarausfall genannt. 1,7 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind davon betroffen. Den Patienten fallen die Haare meist im Kopfbereich kreisförmig aus. Bei der Mehrheit entwickeln sich nur wenige kahle Stellen, die oft ohne Behandlung wieder zuwachsen. Man spricht von Alopecia totalis, wenn alle Kopfhaare ausgefallen sind, von Alopecia universalis wenn auch die Körperbehaarung betroffen ist. Der kreisrunde Haarausfall ist weitgehend unerforscht. Als Ursache wird eine Störung des Immunsystems vermutet, was zu Entzündungsherden an den Haarwurzeln führt. Auch ein Zusammenhang mit Stress konnte in einigen Studien hergestellt werden. Das wird jedoch kontrovers diskutiert. (meb)

Das Geschäft Kopfrausch liegt in der Herisauer Altstadt an einer etwas abgelegenen Gasse. Dies sei jedoch gut so, sagt Romina Rausch. Denn: «Viele Menschen ohne Haare schämen sich dafür.» Die beiden Gründerinnen von Kopfrausch sind selber an Alopecia Areata erkrankt. In ihrem Laden von Betroffenen für Betroffene verkaufen die beiden modische Kopfbedeckungen, elegante Nachtwäsche mit integriertem Wärmeschutz für den Kopf, Wimpern und Augenbrauen zum Aufkleben und Pflegeprodukte für den Haarersatz. Alle Kopfbedeckungen wie Mützen und Turbane werden von der Firma eigenhändig hergestellt.

Europaweit führen Kreuels und Rausch das einzige Geschäft mit einem Sortiment für Haarlose. In Spitälern und bei Schulungen von Pflegepersonal machen die beiden auf ihr Angebot aufmerksam. «Die Mehrheit unserer Kundschaft besteht aus krebskranken Frauen», sagt Katrin Kreuels.

«Für die Kinder selber meist kein Problem»

Anders sieht die Situation bei den Kindern aus. Die junge Kundschaft sei grösstenteils an Alopecia Areata erkrankt. «Für die Kinder selber ist die Haarlosigkeit meist kein Problem», sagt Romina Rausch. Sie fühlten sich gesund und hätten einfach keine Haare mehr, ihren Gspänli könnten sie dies in der Regelgut erklären. Eher die Eltern hätten mit der Krankheit zu kämpfen. Es könne allerdings vorkommen, dass die Kinder in der Schule gehänselt werden.

Um ihnen ein Stück Normalität in den Alltag zurückzugeben, organisiert Kopfrausch am 28. September bereits zum zweiten Mal einen Haarspende-Event. Eigentlich werden keine Perücken bei Kopfrausch vertrieben. Aber für die Spendeaktion arbeiten die Inhaberinnen mit dem Verein «die Haarspender» aus Österreich zusammen, der aus den gespendeten Haaren massgeschneiderte Perücken für Kinder herstellt. Betroffene Kinder können so über Kopfrausch gratis Echthaarperücken beziehen.

Gratis-Haarschnitt für Freiwillige

Wer spenden möchte, erhält selber einen kostenlosen Haarschnitt. Mindestens 30 Zentimeter Haar müssen dabei gelassen werden, denn durch die Produktion der Perücken geht einiges an Länge verloren. Anmeldungen werden unter info@kopfrausch.com entgegengenommen.

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