Chance für Ostschweizer Expo?

Das Projekt für eine Landesausstellung im Gotthardgebiet ist gestorben. Damit erhält die Idee einer Ostschweizer Expo womöglich wieder Aufwind.

Adrian Vögele
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Die Kantone Tessin, Uri, Graubünden und Wallis haben ihr Expo-Projekt «Gottardo2020» begraben. «Schwierigkeiten bei der Konsensfindung» und «fehlende Realisierungszeit» seien die Gründe dafür, dass die Landesausstellung im Gotthardgebiet nun doch nicht zustande komme, teilen die Kantone mit.

Eine gute Nachricht für all jene, die die nächste Landesausstellung gerne in der Ostschweiz sähen. Im Juni hatte eine Arbeitsgruppe der Kantone Thurgau, St. Gallen, beider Appenzell sowie Schaffhausen einen Bericht hierzu veröffentlicht.

Eine Ostschweizer Expo sei denkbar – weitere Schritte seien aber erst angebracht, wenn Klarheit darüber herrsche, ob «Gottardo2020» zustande komme, hiess es.

Mit «Vollgas» in die Planung

Nun sind die hiesigen Regierungen unter Zugzwang: «Wenn Gottardo nicht kommt, geben wir Vollgas», versprach etwa der Thurgauer Regierungsrat Jakob Stark im August, als zu lesen war, dass das Expo-Projekt am Gotthard zu versanden drohe.

Auch die St. Galler Regierung machte eine weitere Konkretisierung der Idee «Ostschweizer Expo» vom Vorankommen des Gotthard-Projekts abhängig. So letztmals in einer Interpellationsantwort vom 26. Oktober: Kantonsrat Paul Schlegel (FDP, Grabs) hatte bereits zum zweitenmal Auskunft über den Stand der Abklärungen zu einer Ostschweizer Landesausstellung verlangt.

Weitere Schritte zu erwarten

Die St. Galler Regierung ist in ihrer Antwort «zusammen mit den Regierungen der beteiligten Nachbarkantone der Auffassung, dass noch keine unmittelbare zeitliche Dringlichkeit da sei und deshalb weitere Schritte erst eingeleitet werden sollen, wenn Klarheit über das weitere Vorgehen beim Projekt <Gottardo2020> besteht». Erste Entscheide seien diesbezüglich im nächsten Jahr zu erwarten.

Ob damit die Entscheide über das Gotthard-Projekt oder die Entscheide über weitere Schritte in der Ostschweiz gemeint sind, geht aus der Antwort nicht eindeutig hervor. Jedenfalls aber hat die Regierung das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St. Gallen bereits aufgefordert, «zu gegebener Zeit und in Absprache mit den Partnerkantonen» weitere Schritte vorzuschlagen.

Nicht vor 2027

Eine allfällige Ostschweizer «Landi» würde nicht bereits 2020 stattfinden; das Durchführungsjahr für das Projekt «Gottardo2020» war gekoppelt an die Einweihung des Neat-Basistunnels. Die Ostschweizer Expo-Arbeitsgruppe hält es für realistisch, dass die nächste Landesausstellung frühestens 25 Jahre nach der Expo.02 stattfinden könnte – also 2027.

«Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es genügend Abstand zwischen den Landesausstellungen braucht», sagte Jakob Stark – eine Expo sei für Bund, Kantone, Wirtschaft und Bevölkerung eine grosse Herausforderung.

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