Casino Bad Ragaz erhält weitere Konkurrenz

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Glücksspiel Bereits am 25. Oktober soll das «Casino Schaanwald» offiziell eröffnet werden. Damit nimmt im Fürstentum Liechtenstein binnen weniger Wochen ein zweites Casino seinen Spielbetrieb auf. Das Erste ist Anfang August in Ruggell gestartet. Pläne für ein drittes Casino in Vaduz wurden inzwischen ad acta gelegt, schreibt der «Sarganserländer».

Die plötzliche Betriebsamkeit im «Ländle» in Sachen Casinos hat einen längeren politischen Hintergrund. Vor acht Jahren wurde das seit 1949 bestehende Glücksspielverbot aufgehoben. Daraufhin bewarben sich zwei Unternehmen um eine Konzession. Der eine Bewerber erhielt den Zuschlag, der andere focht die Vergabe an. Der Streit führte bis vor den Efta-Gerichtshof in Luxemburg, mit dem Fazit, dass die Ausschreibung nochmals wiederholt werden müsse. Stattdessen wurden aber die gesetzlichen Bestimmungen angepasst, sodass sich nun jedermann per Polizeibewilligung um eine Konzession bemühen kann.

Dreistellige Millionenbeträge gehen verloren

Hinter dem Betrieb in Ruggell steht zu zwei Dritteln die Schweizer ACE Casino Holding und zu einem Drittel das Casino Bad Ragaz. Betrieben wird Ruggell von der Casino Admiral AG, einer Unternehmenstochter des österreichischen Glücksspielriesen Novomatic. Hinter dem Casino in Schaanwald wiederum steckt ebenfalls ein österreichisches Unternehmen, die Casino Austria AG.

Das Casino Bad Ragaz will Teil des neuen Marktes sein, der notabene schrumpft. In der Region durch starke Konkurrenz auf engstem Raum, wozu auch Casinos im grenznahen Ausland zählen, etwa in Bregenz, Konstanz, Lindau. Dazu graben die Online-Spielangebote aus dem Ausland, inklusive der illegalen, dem Schweizer Casino-Geschäft kräftig Wasser ab. Man geht von dreistelligen Millionenbeträgen pro Jahr aus. (hb.)