Caritas St.Gallen-Appenzell reagiert auf finanzielle Probleme

ST.GALLEN. Wegen finanzieller Schwierigkeiten richtet sich die Caritas St.Gallen-Appenzell neu aus: Der Verein rückt organisatorisch näher zur Caritas Schweiz. Die rund 30 Arbeitsplätze werden dadurch gesichert, wie Caritas St.Gallen-Appenzell am Donnerstag mitteilte.

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Der Verein bietet als Fachstelle Diakonie des Bistums St.Gallen in den drei Regionalstellen St.Gallen, Uznach und Sargans Sozial- und Schuldenberatung an. In St.Gallen und Wil können einkommensschwache und arme Menschen in Caritas-Märkten günstig Lebensmittel einkaufen.

Zudem baute Caritas St.Gallen-Appenzell in den vergangenen Jahren Betriebe auf, in denen Langzeitarbeitslose und anerkannte Flüchtlinge auf eine Integration in den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. In den Programmen, in die sie eingebunden sind, erhalten diese Menschen auch Deutschunterricht und ein Job-Coaching.

Spardruck
Der Spardruck, unter dem Gemeinden und Kantone gegenwärtig stehen, wirkt sich auf diese Arbeitsintegrationsbetriebe der Caritas aus, wie der Bischöfliche Kanzler Claudius Luterbacher sagt. Aus diesem Grund habe Caritas St. Gallen-Appenzell ihre Strukturen überdenken müssen. Ein Lenkungssausschuss wurde gebildet.

Luterbacher gehörte diesem Ausschuss an. Dieser erkannte, dass es Sinn macht, dass der Ostschweizer Verein neu von der Caritas Schweiz mitgetragen wird. Dies wird nun bereits ab Anfang nächsten Jahres der Fall sein. Laut Luterbacher sind die 30 Caritas-Arbeitsplätze in St.Gallen und im Appenzellerland dadurch langfristig gesichert.

Kirche engangiert sich wie bisher
Der katholische Konfessionsteil und das Bistum St.Gallen nehmen ihre Verantwortung für die karitativen Aufgaben weiterhin über eine Leistungsvereinbarung wahr. Diese sieht ein finanzielles Engagement von über einer Million Franken pro Jahr vor, wie Luterbacher sagt.

Neuer Geschäftsführer von Caritas St. Gallen-Appenzell wird der 55-jährige Thomas Studer; er war während fünf Jahren Geschäftsleiter der Caritas Bern. Studer löst Rolf Steiner ab, der Ende 2014 geht. (sda)