Carchauffeur schmuggelt Potenzmittel

Grenzwächter haben in Diepoldsau eine grosse Menge gefälschter Potenzmittel beschlagnahmt. Die Tabletten und Gel-Beutel waren im Gepäck versteckt.

Urban Rechsteiner
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Die beschlagnahmten Potenzmittel wurden in Reisecars aus Serbien geschmuggelt. (Bild: EZV)

Die beschlagnahmten Potenzmittel wurden in Reisecars aus Serbien geschmuggelt. (Bild: EZV)

Über 3000 Einheiten verschiedener potenzsteigernder Medikamente haben die Schweizer Grenzwächter innerhalb von drei Tagen beim Zoll in Diepoldsau beschlagnahmt. Die Medikamente wurden im Zuge von zwei unabhängigen Routinekontrollen gefunden. Ein serbischer Buschauffeur wollte am 13. November 1800 Einheiten eines Potenzmittels in die Schweiz schmuggeln. Drei Tage später versuchte ein weiterer Serbe, als Fahrgast eines Reisebusses eine ähnlich grosse Menge Medikamente in die Schweiz zu bringen. Laut Martin Tschirren vom Grenzwachtkorps III besteht zwischen den beiden Funden kein direkter Zusammenhang.

Das Schweizerische Heilmittel-Institut (Swissmedic) hat die Medikamente inzwischen untersucht und herausgefunden, dass es sich um Fälschungen handelt. «Es handelt sich hier um einen aussergewöhnlich grossen Fund», sagt Tschirren. Medikamente werden allgemein sehr oft im Internet bestellt und dann per Post in die Schweiz geliefert.

Onlinehandel und Schwarzmarkt

Gerade bei Potenzmitteln scheint der Onlinehandel eine attraktive Alternative zu sein, da so der Gang in die Dorfapotheke erspart beleibt. «Der Schwarzmarkt für Medikamente ist sehr gross. Gerade in Indien werden sehr oft gefälschte Medikamente hergestellt», sagt Tschirren. Gemäss Swissmedic stammen auch die Potenzmittel, die in Diepoldsau gefunden worden sind, zum Teil aus Indien. Generell rät der Sprecher des Grenzwachtkorps, keine Medikamente aus unbekannter Quelle zu beziehen. Wer Medikamente ungewisser Herkunft beziehe, gehe grosse gesundheitliche Risiken ein.

Die Fälschungen waren in diesem Fall sehr schwach dosiert. «Es kam aber auch schon vor, dass die Dosierung in gefälschten Medikamenten fast doppelt so hoch war wie bei zugelassenen Medikamenten. In diesem Fall wird es schnell gefährlich, weil so der Kreislauf belastet wird», sagt Tschirren.

Viele Schmuggelversuche in Reisecars

Die Grenzwache untersucht Reisecars stichprobenartig. Bei Bussen aus dem Balkan wird etwas genauer hingeschaut. Unregelmässig finden auch Grosskontrollen statt. Während solcher Einsätze würden die Reisecars «gründlich durchgekämmt», sagt Tschirren. Die Grenzwächter finden in Reisecars aus dem Balkan besonders oft Güter, die nicht oder nur in kleinen Mengen in die Schweiz eingeführt werden dürfen, wie Drogen, Medikamente, Tabak oder Fleisch.

Das Heilmittel-Institut Swissmedic hat gegen die Importeure der beschlagnahmten Arzneimittel ein kostenpflichtiges Verwaltungsverfahren eröffnet. Die illegale Ware wird aus Gründen der Arzneimittelsicherheit vernichtet, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilt.