Campingplatz statt Konzertwiese

ST.GALLEN. Ein Vier-Tages-Pass am OpenAir St.Gallen kostet die Besucher knapp 200 Franken und bietet Auftritte von fast 70 Bands und DJs. Einige Festivalgänger lässt dieses Angebot kalt, sie kommen aus anderen Gründen ins Sittertobel.

Christoph Fust
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Einige OpenAir-Besucher richten sich ihren Zeltplatz individuell in Pink ein und wollen sich so von der weissen Pavillonlandschaft abheben. (Bild: Benjamin Manser)

Einige OpenAir-Besucher richten sich ihren Zeltplatz individuell in Pink ein und wollen sich so von der weissen Pavillonlandschaft abheben. (Bild: Benjamin Manser)

Freitagnachmittag am OpenAir St.Gallen. Mit der Berner Band Yokko nimmt das Festival auch auf der Sitterbühne allmählich Fahrt auf. Eine stattliche Anzahl Zuhörer versammelt sich vor der Bühne und lässt sich von den englischen Texten der noch jungen Gruppe anstecken.

Zeitgleich auf dem Zeltplatz: Immer noch strömen Neuankömmlinge aufs Gelände, suchen freie Stellen für ihre Zelte und richten sich häuslich ein. Wichtiges Mitbringsel ist neben Pavillon, Zelt und Schlafsack ein zusammenklappbarer Campingstuhl. Ist der Zeltplatz erst einmal nach dem eigenen Gusto eingerichtet, wäre nun genug Zeit, eines der 43 Konzerte auf den beiden Hauptbühnen zu geniessen.

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Die Konzertverweigerer

Um die Konzerte, den Mittelpunkt eines jeden Musikfestivals, dreht sich die OpenAir-Welt aber nicht bei allen Besuchern. «Mir ist es egal, welche Musik läuft. Ich komme seit Jahren ins Sittertobel, weil ich hier Freunde treffen kann, die ich aus den Augen verloren habe», sagt Daniel, der vor ein paar Jahren von Niederhelfenschwil nach Bern gezogen ist.

Auch für Aline aus Dussnang sind ihre Freunde der wichtigste Grund, weshalb sie jedes Jahr nach St.Gallen ans OpenAir kommt: «Die Musik hier ist überhaupt nicht mein Stil.» Fast 200 Franken kostet sie der Camping-Plausch mit ihren Freunden. Auf einem gewöhnlichen Camping-Platz wäre dies ein Wucherpreis.

Heavy Metal, das ist der Lieblingsstil von Roman aus Wil. Das OpenAir St.Gallen bietet ihm in diesem Genre keine grosse Auswahl. Trotzdem kommt er immer wieder gerne, wegen der guten Atmosphäre im Freundeskreis. Dieses Jahr fiel ihm die Wahl nicht leicht: «Am Freitagabend spielt Motörhead in Wetzikon und ich habe sogar zwei Karten zu Hause. Diese lasse ich nun halt verfallen», sagt er.

Drei Leute, von denen es noch mehr Beispiele gäbe. Für sie ist das OpenAir nicht zwangsläufig ein Musikfestival, sondern der grösste Campingplatz der Schweiz. Es ist ihnen viel wichtiger, sich die drei oder vier Tag im Sittertobel gemütlich einzurichten, als neue Musik zu entdecken.

Carte blanche?

Bedeutet das für die Festivalverantwortlichen eine Carte blanche beim Zusammenstellen des Line-ups? Sabine Bianchi, Mediensprecherin des OpenAir St.Gallen, verneint: «Wir stecken sehr viel Energie in die Planung und wollen allen ein überraschendes und ansprechendes Musikprogramm bieten.» Frustrierend sei es nicht, dass einige Besucher nicht vom Ergebnis profitieren würden. Jeder könne das Festival auf seine Art feiern. Das OpenAir St.Gallen habe sich über die letzten Jahre zu einer Marke entwickelt, bei der jeder genau wisse, was er für sein Geld bekomme. «Wir bringen immer wieder unbekannte Bands, die einige Monate später Gesprächsthema Nummer eins sind. Für einige Besucher ist das nicht matchentscheidend, sie wollen hier nur campieren. Das ist in Ordnung», sagt Bianchi.

Der Zeltplatz des OpenAir St.Gallen geht nahtlos ins Festivalgelände über. Das ist einzigartig in der Schweiz und bei einigen Gästen wohl zum «Alleinstellungsmerkmal» geworden.

Ein Höhepunkt zum Schluss des Festivals: Peter Brugger, Sänger der Sportfreunde Stiller. (Bild: Luca Linder)
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Bastille auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Eindringlich: Thees Uhlmann. (Bild: Luca Linder)
Jack Stoiker auf der Sternenbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Moderat auf der Sternenbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Peter Fox von Seeed. (Bild: Luca Linder)
Junip auf der Sternenbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Tom Odell. (Bild: Urs Jaudas)
Markus Acher von The Notwist in Aktion. (Bild: Luca Linder)
Der Auftritt von Capser aus Deutschland auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Jose Gonzalez von Junip. (Bild: Luca Linder)
Yannick Gächter von Pedro Lehmann in Aktion. (Bild: Benjamin Manser)
The Animen traten auf der Sternenbühne auf. (Bild: Benjamin Manser)
Yannick Gächter (Gitarre) und Sven Wüst von Pedro Lehmann bei ihrem Auftritt am OpenAir. (Bild: Luca Linder)
Dan Auerbach von The Black Keys performt auf der Sitterbühne. (Bild: Luca Linder)
Dan Auerbach von The Black Keys auf der Sitterbühne am Openair 2014. (Bild: Luca Linder)
Dan Auerbach von The Black Keys auf der Sitterbühne. (Bild: Luca Linder)
Dan Auerbach von The Black Keys auf der Sitterbühne. (Bild: Luca Linder)
Dan Auerbach von The Black Keys auf der Sitterbühne. (Bild: Luca Linder)
Black Keys auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Black Keys auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Black Keys auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Black Keys auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Black Keys auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Ellie Goulding aus England auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Ellie Goulding aus England auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Ellie Goulding aus England auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Ellie Goulding aus England auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Ellie Goulding aus England auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Kaltehand mit Sängerin Natasha Waters aus der Schweiz. (Bild: Benjamin Manser)
Kaltehand mit Sängerin Natasha Waters aus der Schweiz. (Bild: Benjamin Manser)
Kaltehand mit Sängerin Natasha Waters aus der Schweiz. (Bild: Benjamin Manser)
Kaltehand mit Sängerin Natasha Waters aus der Schweiz. (Bild: Luca Linder)
Kaltehand mit Sängerin Natasha Waters aus der Schweiz. (Bild: Luca Linder)
Kaltehand mit Sängerin Natasha Waters aus der Schweiz. (Bild: Luca Linder)
Prinz Pi aus Deutschland auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)
Prinz Pi aus Deutschland auf der Sitterbühne. (Bild: Benjamin Manser)

Ein Höhepunkt zum Schluss des Festivals: Peter Brugger, Sänger der Sportfreunde Stiller. (Bild: Luca Linder)

Was bleibt

Die Band Yokko hat ihren Auftritt hinter sich. Prinz Pi stehen in den Startlöchern. Der Bass hallt hinauf zum Westeingang des Festivals, wo sich zwei Junge über das Musikprogramm unterhalten. «Welche Band willst du dir anhören?» – «Welche Bands spielen denn?»

Vielleicht bleibt bei ihnen ja trotzdem der eine oder andere Name hängen. Die Musik ist nämlich im Preis einbegriffen.

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